Mo
10
Jun
2013
Eine liebgewordene Geschichtsfälschung bekommt noch mehr Risse als sie eh schon hat: Die Geschtsfälschung vom „kolonialistisch-imperialistischen zionistischen Staat“ hat einen weiteren Rückschlag erlitten. Die renomierten Historiker Prof. Dr. Michael Wolffsohn von der Bundeswehr-Universität München und Prof. Hagai Tsoref, Leiter Dokumentationsreferats des Staatsarchives Israel , legten nun die Ergebnisse ihrer Forschungsarbeit vor: „Im Sommer 1973 reist Bundeskanzler Willy Brandt nach Israel. Ministerpräsidentin Golda Meir bittet den Sozialdemokraten, zwischen Ägypten und Israel zu vermitteln. Doch Meir setzt auf den Falschen.“
Wie haOlam.de vorliegende Informationen einwandfrei aufzeigen, zeichnet sich die Forschungsarbeit der beiden Historiker nicht nur durch eine ungewöhnlich hohe Wissenschaftlichkeit aus, sondern durch eine akribische Quellenarbeit mit bislang unbekannten Originaldokumenten und älteren Forschungsergebnissen.
Der Nachrichtensender n-tv benennt pikante Details: „Brandt hatte Israel im Juni 1973 als erster deutscher Bundeskanzler besucht. Golda Meir habe ihm erklärt, dass Israel bereit sei, für einen Frieden mit Ägypten die im Sechs-Tage-Krieg von 1967 eroberten Gebiete auf der Sinai-Halbinsel zu räumen. Brandt sei aber nicht bereit gewesen, selbst nach Kairo zu reisen ….“ Stattdessen reise ein untergeordneter Beamter nach Kaire, der selber nur äußerst widerwillig die Botschaft aus Israel überbrachte – und sich offenbar nur zu gerne von den Beratern des damaligen ägyptischen Despoten Nasser abservieren ließ.
Die Offerte und die Friedensbemühungen, verbunden mit weitgehenden Zugeständnissen, reihen sich durchaus nahtlos in die israelische Politik ein. Ursprünglich sollte, gemäß völkerrechtlich verbindlichen Vereinbarungen, das ehemalige britische Mandatsgebiet Transjordanien in einen jüdischen Staat Israel, vom Mittelmerr bis zum Jordan, und in einen arabischen Staat östlich des Jordans geteilt werden. Dennoch willigte Israel in einen anderen Teilungsplan ein, der vorsah daß das Gebiet zwischen Mittelmeer und Jordan nochmals geteilt wird, und östlich des Jordans der Staat Jordanien entstehen soll, der von einem aus Saudi-Arabien eingewanderten Familien-Clan seit dem beherrscht wird.
Da die arabischen Staaten auch diesen Plan ablehnten, kam es durch einen, auf die Vernichtung der Juden im neuen Staat Israel abzielenden Angriffskrieg von gleich 5 regulären, ausgerüsteten und ausgebildeten arabischen Armeen auf Israel, einen Tag nach der Staatsgründung. Die den 5 arabischen Angriffsarmeen zahlen- und waffenmäßig unterlegenen Einheiten der in großer Not und Eile aus dem Boden gestampften israelischen Armee besiegte aber die Angreifer – es kam zur Waffenstillstabndslinie von 1948 und zur Teilung Jerusalems. Ost-Jerusalem und die Landesteile Judäa und Samaria („Westbank“) wurden von Jordanien besetzt und annektiert.
Die Befreiung Ostjerusalems, Judäas und Samarias erfolgte dann im 6-Tage-Krieg 1967, als Israel einen unmittelbar bevorstehenden Angriffskrieg mehrerer arabischer Staaten aufdeckte und durch einen Präventivschlag vereiteln konnte. Das Ziel, „Die Juden ins Meer zu treiben“, schlug erneut fehl, wurde aber nicht aufgegeben. Es war Golda Meirs großer Plan, endlich die jahre- und jahrzehntelangen Friedensbemühungen Israels zum Erfolg zu führen und die Kriege im Nahen Osten zu beenden.
Stattdessen wurde aber ihr P=lan regelrecht hintertrieben – und so kam es dann 1973 zum Yom-Kippur-Krieg, als arabische Armeen am höchsten jüdischen Feiertag, an dem in Israel noch nicht einmal Fernsehen oder Radio Sendebetrieb haben – an Yom Kippur, über Israel herfielen – und wieder verloren.
Erst Menachim Begin war es 1979 vergönnt, endlich den ersten Friedensvertrag mit einem arabischen Staat, mit Ägypten, zu schließen, worauf Israel dann auch den Sinai räumte. Land für Frieden – Israels Vision von einem Ausgleich war, zumindest ein Stückchen, Realität geworden. Später schloß Israel auch einen Friedensvertrag mit Jordanien, worin Jordanien den Jordan als seine Ostgrenze anerkannte und auf eine „Rückgabe“ von Judäa und Samaria explizit verzichtete.
Die Erkenntnisse der beiden Historiker decken sich mit denen, anderer Geschichtswissenschaftler – stehen aber in einem unvereinbaren Widerspruch mit den pseudowissenschaftlichen Behauptungen von „Historikern“, die, zumeist stalinistisch-kommunistischen Organisationen angehörend, eine „Forschung“der besonderen Artz und Weise präsentieren – und umsatzträchtig vermarkten. Da werden Dokumente bewusst und vorsätzlich falsch ausgewertet, wichtige Aspekte planmäßig ausgeblendet und uminterpretiert – und zur Not auch gelogen. Besonders erfolgreich ist es, wenn sich der betreffende Agitator in der Historiker-Verkleidung auch noch als „Kronzeuge“ eignet, weil er einen israelischen Pass hat.Bei alldem bewahrheitet sich wieder eine traurige, aber alte Weisheit: Bevor die Wahrheit einmal um die Welt ist, ist die Lüge schon fünfmal um den Globus geeilt.
Fr
24
Mai
2013
Falls das wahr ist, was die Deutschen Wirtschafts Nachrichten schreiben, dann wäre das ein eindeutiges Argument zur Abschaffung der EU: Die EU-Kommission hat einen Vorschlag der Sozialisten im Europa-Parlament aufgegriffen. Demnach sollen künftig Parteien, die die „Werte der EU nicht respektieren", mit Strafzahlungen belegt werden.
Damit soll angeblich verhindert werden, dass „rechtsradikale oder fremdenfeindliche" Parteien im EU-Parlament vertreten sind. So zumindest drückte sich die Gruppe des Österreichers Hannes Swoboda aus.
Bekanntlich erhalten die 13 Parteien im Europäischen Parlament eine großzügige Parteienfinanzierung von insgesamt 31 Millionen Euro. Künftig soll es dem Parlament möglich sein, Gruppen, die nicht den EU-Werten folgen, von dieser Finanzierung auszuschließen.
Mit anderen Worten sollen alle Parteien, die nicht mit Konkurrenzparteien brav zusammen arbeiten und gemeinsame Sache machen, ausgeschlossen werden.
Der Grüne Nicholas Villumsen sagte: „Das wäre so, als würde das Parlament Strafen gegen Parteien mit der falschen Meinung verhängen.Es ist sehr besorgniserregend, dass das Europäische Parlament Parteien für ihre Überzeugungen bestrafen will."
Fr
24
Mai
2013
(HN) Im belgischen Hasselt fand eine von Milli-Görüs (IGMG) veranstaltete Tagung mit dem Namen “Geschwisterlichkeit und Solidarität” statt. Nach Angaben von Milli-Görüs haben die Veranstaltung
mehr als 25.000 Menschen besucht. Darunter auch islamistische Prominenz aus Deutschland und Österreich.
Die der Milli-Görüs-Bewegung nahestehende Onlinezeitung €U-Türk Haber berichtete über die von Milli-Görüs veranstaltete Tagung mit dem Titel “Geschwisterlichkeit und Solidarität”. Unter den Teilnehmern waren sowohl der Vorsitzende des Deutschen Islamrats und Mitglied der Deutschen Islamkonferenz Ali Kizilkaya, als auch der Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft Österreichs, Fuat Sanac anzutreffen.
Aus der Türkei war der türkische Vize-Priemierminister des Kabinett Erdogan, Bekir Bozdag angereist. Als Vertreter der türkischen radikalislamischen Saadet Partisi (Partei der Glückseligkeit) kam Mustafa Kamalak. Daneben gab es zahlreiche andere Persönlichkeiten der Milli-Görüs-Bewegung.
Die vom Islamisten Necmettin Erbakan (gestorben 2011) gegründete Saadet Partisi gilt als politische Partei der Milli-Görüs-Bewegung und bietet die ideologische Ausrichtung eines großteils der Bewegung. Milli-Görüs (IGMG) wird in Deutschland vom Verfassungsschutz beobachtet. Der Verfassungsschutz attestiert der IGMG starke antisemitische Züge und die Anhängerschaft einer anti-demokratischen Grundordnung. Neben der islamistischen Ausrichtung kam die IGMG auch wegen der “Islam Holdings” ins Gespräch.
Dabei wurden Muslime dazu überredet ihr Erspartes in “islamkonforme Unternehmen” zu investieren, die von der IGMG gefördert wurden. Muslime erhielten so Anteilsscheine und sollten an den Gewinnen beteiligt werden. Eine der bekanntesten Holdings war die YIMPAS-Handelskette. Die nach dem Schneeballprinzip aufgebauten Holdings waren darauf ausgerichtet, schnell Geld zu beschaffen, konnten dieses Modell aber nicht aufrechterhalten. Während die Ersten Käufer der Anteilsscheine noch hohe Rendite bekamen, gingen die meisten anderen leer aus und verloren ihr gesamtes Vermögen, welches sie investiert hatten.
Westliche Demokratien werden abgelehnt und stattdessen wird mit der Türkei als politische und ideologisches Zentrum, eine von der Scharia bestimmte Politik angestrebt. In Deutschland und europaweit gilt die IGMG als eine der einflussreichsten islamischen Organisationen. Im Deutschlen Islamrat stellt sie die größte Gruppe dar.
Während der Tagung waren mehrere Appelle zu vernehmen. Einer davon war, als Mitglied der Milli-Görüs-Bewegung stärker auf gesellschaftliche Beteiligung und Einfluss zu arbeiten. So sollten nicht kurzfristige, sondern langfristige Projekte angestrebt werden. Die Milli-Görüs-Bewegung betreibt etwa 8% aller Moscheen in Deutschland. Die Mitglieder werden angehalten, nicht weiter am Rand der Gesellschaft zu existieren, sondern im Zentrum Platz zu nehmen und dort aktiv zu werden.
Milli-Görüs in der Politik
Sie sollen “muslimisches Leben” deutlicher nach Außen präsentieren, sagte einer der Redner. So wurde vom Rassismus in Europa gewarnt und dazu aufgerufen, sich an den Wahlen zu beteiligen, ohne zu vorzugeben, welche Partei dafür unterstützt werden sollte. Auf der Nachrichtenseite €U-Türk wird in einem Artikel gezeigt, wie Doris Schröder-Köpf, die Ehefrau des früheren Deutschen Bundeskanzler Gerhard Schröder im Namen der SPD einige Milli-Görüs-Moscheen besuchte und dafür warb, die SPD zu wählen. Auch in anderen Parteien sind Milli-Görüs-Mitglieder aktiv, etwa in der CSU. So wurde erst Islamil Akpinar für die CSU als Bezirksvorsteher in Nürnberg-Fürth-Schwabach gewählt.
Mustafa Kamalak der radikalislamischen Saadet Partisi etwa erklärte in seiner Rede, “Islam ist Friede, Geschwisterlichkeit und Solidarität”. Mit Anleihen aus dem Leben der ‘Propheten’ schilderte er, wie wichtig es sei sich darauf zu berufen um geselschaftlichen Frieden zu schaffen. “Wir wissen mit welchen Problemen ihr zu kämpfen habt”, richtete Kamalak seine Worte an die Zuhörer. “Aber das ist nicht eure Schuld. Das ist die Schuld jener, die euch behindern. Sie tun damit nicht euch Böses, sie tun sich damit selbst Böses”, sprach Kamalak weiter.
Der türkische Vize-Premier Bekir Bpzdag überreichte den Zuhörern Grußbotschaften vom türkischen Premier-Erdogan, dessen Partei AKP die derzeitige Regierung stellt. Erdogan wurde in seiner Jugend stark von den Thesen und der Politik Erbakans (Gründer der Milli-Görüs-Bewegung) beeinflusst, verließ später aber die Bewegung um mit der AKP eine eigene islamistische Bewegung zu begründen. Bozdag sagte, “Als einer von euch, der aus eurer Mitte kam, möchte ich euch im Namen des türkischen Premiers Recep Tayyip Erdogan seine Hochachtung und Grüße übermitteln”.
Daumen hoch: der Gruß der Milli Görüs Bewegung
Bozdag erklärte in seiner Rede, dass es nicht mehr notwendig sei über Integration zu reden. Es sei notwendig sich als Gleichberechtigte zu beteiligen. “Das Kapitel Integration ist geschlossen”, kündigte Bozdag an. Er warnte ebenfalls vor Rassismus und ‘Islamophobie’ in Europa. Da müssten alle gemeinsam dagegen kämpfen, empfahl Bozdag.
Bozdag bezeichnete es als rassistisch, dass Beate Zschäpe, die mit der NSU 10 Menschen ermordete ohne Handschellen im Gericht zu sehen war. Aber dass 5 Türken, die beschuldigt wurden einen Deutschen getötet zu haben, in einem “Glaskäfig” im Gericht zu sehen waren. Das sei “Rassismus und Ungerechtigkeit”, betonte Bozdag.
Während der Milli-Görüs-Veranstaltung saßen die Männer in der Mitte, die Frauen getrennt am Rand. Islamisten betrachten die räumliche Trennung der Geschlechter als gottgegeben und halten sich demnach auch konsequent daran.
Do
16
Mai
2013
Frankfurt am Main (idea) – Ehemalige Muslime, die zum Christentum übergetreten sind, stoßen in der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau auf Ablehnung. Diesen Vorwurf erhebt die aus dem Iran stammende evangelische Pastorin Mahin Mousapour (Frankfurt am Main). Wie sie in einem Bericht zu dem von der EKD ausgerufenen „Jahr der Toleranz“ schreibt, habe sie „Unverständnis und Ablehnung“ erlebt, als sie in der Mainmetropole für ihre 1996 gegründete Gemeinde „Neuer Bund“ geeignete Räume gesucht habe. Voller Freude habe sie ihrem kirchlichen Gesprächspartner berichtet, dass Jesus Christus vielen Muslimen durch Heilungen, Wunder und Träume begegne und sie dann Christen würden. Doch ihr sei daraufhin in dem Gespräch unterstellt worden, Muslime zum christlichen Glauben zu zwingen. Zudem habe man ihr zu verstehen gegeben, dass Gott Gott sei – unabhängig von der jeweiligen Religion. Ein Raum sei ihr nicht zur Verfügung gestellt worden. Wie Mousapour gegenüber der Evangelischen Nachrichtenagentur idea sagte, habe sie das Verhalten ihres Gesprächspartners nicht verstanden. So wie jeder Angestellte im Interesse seine Firma arbeiten müsse, müsse auch ein Mitarbeiter der Kirche offen sein für Mission, auch unter Muslimen. Dies sei jedoch nicht der Fall gewesen. Räume hat die Gemeinde etwas außerhalb des Stadtzentrums in der Foursquare-Gemeinde des Freikirchlichen Evangelischen Gemeindewerks in Deutschland gefunden. Dort träfen sich am Sonntagnachmittag zwischen 40 und 60 Iraner, von denen die meisten ehemalige Muslime seien.
Ökumenepfarrer: Ich teile nicht das Missionskonzept
Der Frankfurter evangelische Ökumene-Pfarrer Dietmar Will bezeichnete Mousapours Darstellung gegenüber idea als „stark subjektiv geprägt“. Er räumte ein, das Gespräch mit ihr geführt zu haben. Es habe bereits im März 2006 stattgefunden. Er verstehe nicht, dass die Pastorin es erst sieben Jahre später thematisiere. Im Rhein-Main-Gebiet gebe es etwa 100 Kirchen und Gemeinden anderer Sprachen und Herkunft. Einige seien seit vielen Jahren in hessen-nassauischen Kirchen zu Gast. Er persönlich habe zwar „ein weites Herz“ für ausländische Gemeinden; doch zu dem Zeitpunkt habe es keine freien Kirchenräume gegeben. Zudem habe er wissen wollen, um was für eine Gemeinde es sich handele und ob sie Kontakte zur Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen habe. Denn die hessen-nassauische Kirche wolle und könne nicht jeder sich kirchlich gebenden Gruppe helfen. Es stimme allerdings, dass er das von Mousapour vorgetragene Missionskonzept nicht teile. Er befürworte stattdessen die „Missio Dei“ (Mission Gottes). Danach sei Mission keine Veranstaltung der Kirche, sondern sie unterstelle sich der Zuwendung Gottes zur Welt. Will hat nach eigenen Angaben seit 2006 nichts mehr von Mousapour gehört. Umso mehr verwundere es ihn, dass sie nun die Kritik erhebe. Es freue ihn jedoch, dass es die Gemeinde nach wie vor gebe und sie hier heimisch geworden sei. Wie idea unterdessen von beiden Seiten bestätigt wurde, wird in Kürze ein weiteres Gespräch erfolgen. Es soll um die Anmietung einer nicht mehr genutzten Kirche in Frankfurt durch die iranische Gemeinde gehen.
So
24
Mär
2013
JONATHAN SCHRÖDER
Alle fünf Jahre steht eine unbedeutende Stadt in Deutschland im Zentrum des weltweiten Kunstgeschehens; alle fünf Jahre legt Kassel den Charme des Bergdorfes ab, veranstaltet die Documenta und wird so zur Welthauptstadt der Kunst der Gegenwart. Die Besucherzahlen unterstreichen, dass dies nicht nur eine marketingtechnische Selbstbezeichnung ist: Dieses Jahr schloss die Documenta 13 mit einem Besucherrekord. 860.000 Menschen wollten sich die Ausstellungen, die über die ganze Stadt verteilt sind, anschauen. Dass eine solche Show für die Massen wohl kaum etwas mit Kunst – in ihrem emphatischen Sinne – zu tun hat, sondern vielmehr mit Ideologie, drängt sich dabei auf.
Um alle regressiven Illusionen am Anfang schon zu nehmen: Kunst wird nicht schlechter. Schon früher war das Gros der Kunstproduktion schlecht und das, was die Menschen zu ihrer Zeit interessierte, ist selten das, was heute in den Museen hängt und als große Kunst der Vergangenheit gefeiert wird. Erfolg und Qualität hängen nicht unmittelbar zusammen, schließen sich aber auch nicht aus. Diese Aussage galt vor 120 Jahren, zu Zeiten von Van Gogh genauso, wie zur Zeit der Documenta 13, auf der sich unter vielen schlechten Exponaten auch vereinzelt herausragende Überraschungen finden lassen. Dass früher zumindest seltener wirklich grässliche Dinge entstanden, mag wohl eher an einer Regelästhetik gelegen haben, die es als Mindestmaß zu erfüllen galt, auch wenn diese nicht immer über ästhetische Ideenlosigkeit hinwegtäuschen konnte. Die Kunst der Gegenwart dagegen zeichnet sich durch ihre Regellosigkeit aus – was grundsätzlich zu begrüßen ist, doch auch zu einer schlechten Beliebigkeit führt. Es stellt sich im 21. Jh. die Frage, ob Kunst in dieser Beliebigkeit sich nicht selbst aufhebt. So mussten auch die Macher der Documenta 13 auf der großen Tafel mit dem einleitenden Text im Foyer des Fridericianum, der zentralen Ausstellungshalle, zwar eingestehen, „dass wir nicht wissen, was sie [die Kunst] ist“, aber in ihrer ästhetischen Heimatlosigkeit verkündeten sie zwei Begriffe, die dann zumindest der auf der Documenta 13 ausgestellten Kunst eine Marschrichtung geben sollten: das „Engagement“ und die „nichtlogozentristischen Visionen“.
Dass sich die Documenta 13 in weiten Teilen diesen beiden Begriffen im schlechtesten Sinn verpflichtet hatte, wurde schon beim Warten auf den Einlass ins Fridericianum manifest. Brav standen hier, wie alle Jahre wieder, die Bildungsbürger in einer Reihe und warteten darauf, zu einem Ort Einlass zu erhalten, an dem Sachen präsentiert wurden, die sie selbst meist nicht verstehen – auch weil es oft nichts zu verstehen gibt. Links und rechts der Schlange erwarteten den Besucher dieses Jahr zwei Zeltlager, die sich selbstredend als kritische Kunst verstanden. Zur Linken, im Rahmen der Documenta, stand eine Installation aus Metall, deren zusammengestellte Platten eine Ansammlung von Dreieckszelten bildeten, auf denen sich das Vokabular des so naiven wie ressentimentgeladen Antikapitalismus’ versammelt fand: Von Geiz bis Herrschaft. Auf der rechten Seite wiederum gruppierten sich die Zelte eines 'echten' Occupy-Camps, deren Bewohner der Documenta vorwarfen, nicht die wirklichen Probleme der Welt zu thematisieren, etwa die Panzerfabrik Wegmann in Kassel, sowie Tibet und die Wallstreet. Hier scheiterte – wie so oft –sowohl die Gesellschafts- wie die Kunstkritik, da kein Begriff von einem falschen Gesamtzusammenhang bestand. Einige Bewohner des Camps saßen in einem Zelt nahe der Menschenschlange, tranken Bier und beschallten die Wartenden mit Punkmusik und lateinamerikanischen Revolutionskitsch. Die Provokation lief weitestgehend ins Leere, da die meisten Documentabesucher eben jenem egalitären Kunstbegriff verfallen sind, der sie auch ein wissenschaftliches Experiment der Quantenphysik – von denen mehrere auf der Documenta 13 ausgestellt wurden – als Kunst begreifen lässt. Denn alles ist Kunst, was sich dem eigenen Verstehen entzieht. So fotografierten die Bildungsbürger diejenigen Menschen, die sie beschimpften. Sie sahen darin vermutlich sogar ein Teil jenes Happenings Documenta, das ja offensichtlich kritisch sein muss. Wie inhaltlich nah sich Besucher und Besetzer auch über den zeitlichen Rahmen der Veranstaltung hinaus sind, ist vermutlich beiden Seiten klar. Doch die Ähnlichkeit kann nicht eingestanden werden, ansonsten würde die Inszenierung platzen. Und zu gern lässt der Bildungsbürger dem Punker seine Provokation, die er doch in seiner Jugend selbst auch ausgelebt hat, um sich danach aufgrund von Alternativlosigkeit zu integrieren.
Im Inneren entfaltete die Documenta 13 das, was sich durch die beiden Camps im Vorfeld ankündigte und was auf jener schon erwähnten Tafel erklärt wurde: Kunst hat engagiert und somit politische Propaganda zu sein, am liebsten gegen den sogenannten Westen. Und Kunst soll Antilogozentristisch sein, was nicht bedeutet, dass sie eine Sphäre neben dem Logos eröffnet, sondern diesem feindlich gegenüber steht und ihn bekämpft. Der zweite Aspekt der Kunst auf der Documenta 13 geht mit dem Ersten insofern Hand in Hand, als die materielle Realisierung des Logos im Zweifel immer der Westen ist, gegen den es gilt, möglichst postkoloniale bzw. regionale Kunst in Stellung zu bringen. Am Ende ist Kunst nur noch Ethnokitsch oder politische Propaganda. Kunst wird instrumentalisiert und ihr gleichzeitig jeglicher Allgemeinanspruch radikaler Subjektivität abgesprochen, soweit dieser Allgemeinanspruch über die Grenzen eines Stammesterritoriums hinausgeht. Dadurch kann sie keine Bresche mehr in die Ideologie schlagen, sondern stellt sie lediglich dar und reproduziert sie.
Damit der Bildungsbürger sicher gehen konnte, dass er die Micky Maus mit dem Sturmgewehr in einem Bild von Llyn Foulkes auf der Documenta 13 als Grenzsoldat des Westens gegen die Hungernden und Leidenden korrekt verstanden hat, gibt es die „worldly companions“ – welche eben nicht mehr die Aufgabe des Guides übernahmen und durch wirkliches begriffliches Fachwissen den Besucher unterstützten, sondern ihre bloße Meinung, gespickt mit Lebensdaten des Künstlers in den Ring warfen. Dass es sich bei jenen oft um Laien oder postmoderne Kunstwissenschaftsstudenten handelte – was am Ende in der Diskussion oft keinen Unterschied mehr macht – war Teil des Konzeptes der Documenta 13: Kunst steht dem Begriff feindlich gegenüber und deswegen soll sich auch keiner von ihr gemacht werden. Wenn doch, so soll dieser Begriff pluralistisch-subjektiv verstanden werden und im kommunikativen Raum neben all den anderen als gleichwertig wertlos stehen bleiben.
In der postmodernen Tristesse der Ausstellungsräume fanden sich aber auch Exponate, die zumindest zögern lassen: So war es ausgerechnet ein weiteres Bild von Llyn Foulkes direkt im Nebenraum zum Grenzer-Micky, worin ein düsteres, nur vom fahlen Licht einer Nachttischlampe erleuchtetes Schlafzimmer zu sehen ist. Ein altes, im Bett situiertes Ehepaar bringt die Entfremdung und das Zerbrechen zwischenmenschlicher Beziehungen gnadenlos zum Ausdruck. Während der Mann erwartungslos in den leeren Seiten eines Buches blättert, liegt sie nackt von ihm abgewandt in Embryonalstellung: In diesem Schlafzimmer findet keine Berührung, kein Blickkontakt, kein Schützen des Anderen statt. Idylle und Vertrautheit des gemeinsamen Bettes erstarren und erkalten trotz warmer Farbe der bildeinnehmenden, rötlichen Tagesdecke in äußerster Plastizität. Gerade dieses Bild konnten einige Besucher während der Ausstellung nicht ertragen. Eine Frau wandte sich sogar mit dem Worten ab: „Ich kann das nicht sehen. Es macht mich traurig.“ Die Frage bleibt offen, ob eben jene antiamerikanische Kunst des gleichen Künstlers im Nachbarraum sie glücklich gemacht hatte.
Während weite Teile der Documenta 13 eine Schäm-dich-böser-Westen-Show waren, die zwar jeglichen kritischen Gehalt von Kunst zunichte machten, dabei die beschädigten Subjekte nur bestätigen, aber nicht auf ihre eigene Beschädigung verweisen, sind es gerade solche Werke, die an den Splitter im Auge gemahnen. Gerade da, wo die Künstler eben keine tagesaktuellen Themen routiniert durch den Kakao ziehen und damit implizit jedes Verbrennen einer US-Flagge zur Aktionskunst erheben und wo die Kunst nicht in postkolonialer Ideologie dem Regionalismus gebannt huldigt, kann auch der kritische Gehalt der Sache zum Vorschein kommen. Doch auf der Documenta 13 konnten solche Kunstwerke, wenn überhaupt, nur selten gesehen werden. Künstler, Besucher und Occupy-Bewohner waren sich in ihrer Weltsicht einig: Kunst darf nur einen einzigen Allgemeinanspruch besitzen, und zwar gegen den Westen. Letztlich muss man der Documenta 13 Recht geben: Sie war wiedereinmal die größte Ausstellung von Gegenwartskunst. Sie kam dem Anspruch einer Bestandsaufnahme nach und zeigte notwendig das Elend ihres Gegenstandes.
Mo
18
Mär
2013
Die israelische Küche ist legendär und erfreut sich immer größerer Beliebtheit – auch wenn manche vielleicht gar nicht wissen, daß sie israelisch-orientalisches Essen zu sich nehmen, wenn sie Hummus oder Falafel bestellen. Es gibt verschiedene Wege, um in den Genuß der israelischen Küche zu kommen.
Der eine Weg ist: Man kauft sich ein Ticket, geht zum Flughafen, setzt sich in ein Flugzeug und steigt vier Stunden später in Tel Avib aus. Die Alternative, für Berliner und Berlin-Besucher, ist schneller und günstiger: Mit Bus oder U-Bahn zum Wittenbergplatz, wo auch das weltberühmte „Kaufhaus des Westens“ (KaDeWe) ist, 2 Minuten zu Fuß und schon steht man davor: Ein Stückchen Israel und israelische Küche mitten in Berlin, daß ist das neu eröffnete Restaurant Feinberg´s von Yorai Feinberg.
Im neurenovirten Restaurant werden dem Gast in freundlichem, hellen und einladendem Ambiente Spezialitäten zum genießen angeboten – und das nicht nur zum günstigen Preis. Man schmeckt es, das dem
Betreiber hochwertige Zutaten wichtig sind, die in der Küche von einem Koch aus Israel für die Gäste zubereitet werden.
Neben verschiedenen Hummus-Gerichten – etwa mit Pilzen, Hühnchen, Lamm- oder Rinderfleisch – gibt es auf der Karte auch verschiedene israelische Salate, orientalischen Kebab, Chicken-Steak oder würzige Rinderwurst. Eine Falafelplatte darf natürlich auch nicht fehlen, ebenso wie Majadara (orientalischer Reis mit Linsen) oder gebackenes Gemüse. Das Angebot an Suppen und Deserts wechselt täglich und neben alkoholfreien Getränken, kann der Gast sich mit kosheren Wein verwöhnen. Und Sonntags gibt es israelisches Breakfast - eine weitere besondere Spezialität.
Aber es ist nur das Essen und das Ambiente, es ist auch die offene und herzliche Atmosphäre, die den Gast sich wohl fühlen lassen und die einem zum wiederkommen einladen. So verwundert es nicht, daß sich das Restaurant Feinberg´s schon wenige Tage nach der Eröffnung zu einem Anlaufpunkt für Israelis in Berlin, die ein Stück kulinarische Heimat suchen, und Genießer der orientalischen Küche entwickelt hat.
The Loving Coyote via haolam
Restaurant Feinberg´s, Fuggerstr. 37, 10777 Berlin, Tel.: 030 – 915 534 62, täglich geöffnet von 12 bis 24 Uhr – und demnächst auch im Internet unter http://www.feinbergs.de
So
10
Mär
2013
Mi
06
Mär
2013
Köln, 4. März 2013, 17 Uhr: Tuvia Tenenbom im Domforum, dazu seine Frau, der Adenauer-Enkel aus seinem Buch und die ehemalige Dombaumeistrin. Seit seinem Deutschlandbesuch 2010 ist einige Zeit ins Land gegangen, seit der Veröffentlichung seines Buchs auf Deutsch auch ein bisschen Zeit. Man konnte schon so einige Interviews mit ihm lesen und sehen, die ein Licht darauf werfen, wie mit dem Buch und mit ihm umgegangen wird.
Dennoch oder gerade deswegen war ich neugierig auf die Veranstaltung im Domforum. Vor der Tür stand der Autor und Theatermann höchstpersönlich und ich konnte ein paar Worte mit ihm wechseln. In seiner – auch ein wenig aus dem Buch bekannten – Art fragte er mich aus, wie ich heiße, woher ich komme, wo das ist usw. Er war erstaunt, dass ich sein Buch in Englisch gelesen habe und erklärte mir dann auf meine Nachfrage, was in der deutschen Ausgabe weggelassen wurde.
Drinnen gab es gar nicht so viele Sitzplätze, die auch noch längst nicht voll besetzt waren. Das änderte sich kurz nach 17 Uhr, als die Veranstaltung eigentlich schon hätte beginnen sollen. Der Raum füllte sich und schließlich gab es für einige nur noch Stehplätze.
Die Moderatorin fing mit ihrer ersten Frage an, Tenenbom plauderte los, übersetzt von seiner Frau. Mal etwas, das in seinem Buch stand, mal etwas aus dem Nähkästchen. Auf jeden Fall aber immer sehr direkt, sehr pointiert. Die Dombaumeisterin ergänzte Aktuelles zur Antisemitismusmauer von Walter Hermann, Herr Adenauer gab seine etwas weniger heftige Meinung über „den Kölner“ an sich dazu. Es war ein lebhaftes Gespräch der Beteiligten auf der Bühne, die nicht immer übereinstimmten, deren freundschaftliches Verhältnis und Grundübereinstimmung deutlich erkennbar wurden.
Zum Antisemitismusproblem stellte Tenenbom anhand seiner Erfahrungen – auch und gerade nach der Veröffentlichung seines Buches – fest: Die deutschen intellektuellen Eliten verhalten sich nicht wie intelligente, denkende Menschen, sondern wir Zurückgebliebene. Die Journalisten kommen ihren journalistischen Aufgaben in keiner Weise nach. Ein besonders heftiges Beispiel – neben dem des Chefredakteurs der Neuen Zürcher Zeitung – stammt von der süddeutschen Zeitung. An diese hatten Tenenboms eine Presseerklärung geschickt, die an insgesamt 500 Presseorgane ging. Von der SZ gab es eine Antwort – allerdings aus der Rechtsabteilung (sinngemäß): Wir haben Ihnen nicht erlaubt uns Texte an unsere E-Mail-Adresse zu schicken. Sollten Sie das wiederholen werden wir Sie verklagen.
So sieht die deutsche Presselandschaft aus: Ein Autor, dessen Erfahrungen und Erlebnisse sie nicht mögen, darf keine Presseerklärung an sie schicken, sonst wird er vor Gericht gezerrt! Presse und Presseerklärungen bekommen geht gar nicht!
Was ist das für eine Presse? Da hat Journalismus keinen Platz mehr.
Die Zeit für Fragen aus dem Publikum begann mit einem gebildeten Herrn, der anfing einen Monolog zu halten. Er habe leider Israel noch nicht besuchen können, aber er war schon vor 30 Jahren in Buchenwald – was für eine Aussage! Der kann nicht anders als voll und ganz informiert sein! Nun, als die Leute ihn aufforderten, er möge bitte seine Frage stellen, beschwerte er sich, es sei ja klar, dass er auch hier jetzt zensiert werde. Aus dem Publikum und von der Moderatorin wurde er aufgefordert, doch jetzt bitte seine Frage zu stellen. Die kam dann – in Ton und Wortwahl eine einzige Beschwerde, dass Tenenbom sich erdreistet uns zu sagen, was wir gegen die Antisemiten tun sollten.
Na wunderbar – er war ausdrücklich gefragt worden, was er sich von den Deutschen wünsche. Seine Antwort: Er fände es gut, wenn es bei jedem antisemitischen Inhalt in einer deutschen Zeitung eine Demonstration vor dieser Zeitung geben würde. Wenn 2000 Menschen vor der SZ gegen deren Antisemitismus demonstrieren, würde die SZ ziemlich schnell aufhören, diesen weiter zu verbreiten, denn die haben kein Interesse daran, dass darüber etwas in der New York Times oder der Washington Post erscheint. Wenn die Kölner vor das Rathaus ziehen und dem Bürgermeister zu ein paar Hundert bis Tausend sagen, dass etwas gegen Hermanns Hassmauer unternommen werden muss, dann wird die Stadt gegen ihn vorgehen.
Die Idee stimmt im Prinzip. Nur die Umsetzung fehlt. Im September kamen mal gerade 80 Leute zur Demonstration „Hände weg von unseren jüdischen Freunden“ – und selbst da nur, weil ein relativ großer Trupp aus Siegen angereist war und einige Mitglieder der jüdischen Gemeinden Köln und Bonn den Sabbat nicht ganz einhielten.
Es gibt also viel zu tun. Aber auch hier hat er eine Vorgabe, die einleuchtet: Statt zu grübeln, was wir tun können, sollten wir einfach tun. „Die anderen“ fragen eben nicht immer zweifelnd, was sie tun können, sondern sie tun und nehmen sich raus zu tun. Eine funktionierende Demokratie wird das auch für die Freunde der Juden zulassen, so funktioniert Demokratie eben.
Eines sollte uns von draußen noch verzapft werden: Walter Hermann steht mit seinem Hassportal praktisch nie montags vor dem Domforum. Heute war er da. Weil das Wetter so schön war. Adenauer brachte seine Zweifel zum Ausdruck, dass das der wahre Grund war. Einer der Hassmaurer war auch gekommen. Der monologisierte dann derart ausführlich, dass Walter Hermann nur da war, weil heute das Wetter so gut war und die letzten Tage nicht, dass das natürlich „völlig glaubwürdig“ rüberkam – vor allem, weil er sich mit seinem „Stand“ deutlich weiter ausgebreitet hatte, als sonst üblich, damit nur ja niemand das Domforum betreten konnte, ohne nicht wenigstens davon Notiz nehmen zu müssen. Es gab ein paar erzürnte Worte – wir hätten ihn einfach aus dem Saal lachen sollen.
Zu guter Letzt stellte sich wieder etwas für mich Typisches heraus: Ich hatte zwar „I Sleep in Hitler’s Room“ gelesen – aber natürlich das Buch Zuhause gelassen. Ergo kaufte ich ein weiteres Exemplar und ließ es mir signieren. Es kann ja nicht sein, dass ich eine solche Gelegenheit komplett nutze, ohne irgendetwas zu vergessen. Gut, das eine kann ich immer noch verschenken.
Di
05
Mär
2013
Israels Entscheidung vom Montag, in der Westbank eine Buslinie “nur für Palästinenser” zu starten wird von Kritikern als Rassismus bezeichnet. Die israelische Regierung bezeichnet sie als Geste des guten Willens und von den Palästinensern wird die Buslinie begrüßt.
Israelischen Friedensaktivisten verurteilen die Buslinien als rassistisch, Yariv Oppenheimer von der Anti-Siedlungsbewegung Peace Now sagte, die neuen Buslinien transportieren eine schlechte Nachricht.
“Statt Rassismus zu bekämpfen, schafft diese Regierung tatsächlich ein rassistisches System in dem sie Busse für die Palästinenser und für israelische Siedler einführt. In der Westbank, ist dieses Vorgehen viel näher an der Apartheid als an Demokratie, sagt Oppenheimer.
Die israelische Regierung entgegnet, sie habe sich entschlossen die neuen Buslinien zu starten, um den Palästinensern die in Israel arbeiten das Leben zu erleichtern. Täglich fahren fast 40.000 Palästinenser zur Arbeitn nach Israel, wo es mehr Arbeitsplätze gibt die besser bezahlt werden als in der Westbank. Die Palästinenser arbeiten entweder in den jüdischen Siedlungen oder in Israel selbst.
Die langen Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln und privaten Kleinbussen sind eine zermürbende Last für die palästinensischen Arbeiter, die oft Umwege oder teure Taxifahrten in Kauf nehmen müssen um ihre Arbeitsplätze zu erreichen. Israelische Beamte betonen, dass die jetzt eingerichtete Buslinie den palästinensichen Arbeitern diese Anfahrten zur Arbeit erleichtert. Außerdem werde niemand gezwungen, die neuen Buslinien zu benutzen. Den Palästinensern ist auch weiterhin noch erlaubt, andere israelische Transportmittel oder ihre eigenen zu benutzen, wenn sie dies wünschen.
“Dies ist eine Geste des guten Willens”, sagt Uzi Itzhaki, Direktor des Verkehrsministeriums. “Diese Buslinien sollen den palästinensischen Arbeiter das Leben erleichtern”. Der am Montag eingerichtete Service ist ein Testprojekt und es gibt Pläne, den Service bei Bedarf zu erweitern, sagte er dem Israel Radio.
Die Busse starten vom militärischen Kontrollpunkt Eyal, in der Nähe der palästinensischen Stadt Kalkilia, zu verschiedenen Zielen in Israel und ihr Einsatz wird von den palästrinensichen Arbeitern begrüßt.
“Die neue Buslinie ist besser für mich, weil die Busse eine billigere Alternative zum privaten Minivan sind, mit dem ich nach Israel zur Arbeit fahre”, sagt Hosni Hanash, ein 45-jährige Bauarbeiter aus dem Dorf Zeita.
“In der Regel verlasse ich um 3:45 morgens mein Dorf in einem Taxi und bin um 4:30 am Eyal Kontrollpunkt und dann verbringe ich eine Stunde in Eyal, bevor ich in einem privaten van zu meiner Baustelle fahre. Die am Montag eingerichtete Buslinie entlastet mich von all dem Stress der langen Fahrt”, sagte er.
Redaktion IsraelNachrichten
Di
05
Mär
2013
„Diese enttäuschende Entscheidung ergeht nach Diskussionen mit den Behörden in Gaza, die darauf bestehen, dass Frauen nicht teilnehmen dürfen“, teilt das UN-Werk am Dienstag auf seiner Internetseite mit.
Bereits registrierte Teilnehmer seien dennoch in Gaza willkommen. Die UNRWA arbeite an einem Alternativprogramm, heißt es weiter. Laut der Mitteilung haben sich bereits 551 Läufer aus dem Gazastreifen für den Marathon und weitere Laufwettbewerbe am 10. April angemeldet. 266 davon sind Frauen. Zudem seien 256 internationale Läufer registriert, darunter 119 Frauen.
Die Hamas-Regierung bedauerte die Entscheidung der UNRWA. „Wir haben die UNRWA darüber informiert, dass wir mit dem Marathon einverstanden sind, allerdings zu Konditionen, die denen der konservativen palästinensischen Kultur entsprechen“, heißt es in einer Erklärung der radikal-islamischen Gruppe laut der palästinensischen Nachrichtenagentur „Ma‘an“.
Der Marathon wird seit 2011 von den UN veranstaltet. Dabei werden Spenden für UNRWA-Kinderferienlager im Sommer gesammelt. 2011 und 2012 hatte es keine Bedingungen für den Wettbewerb von Seiten der Hamas gegeben.
Di
05
Mär
2013
Botschafter Yakov Hadas-Handelsman hat sich zu der heutigen Veranstaltung “Muslims, Jews, Christians: Peace is possible! ” im Bundestag geäußert, die vom Inter Dialog Institute (IDI) organisiert wird, und an der auch Bülent Arinç, der stellvertretende Ministerpräsident der Türkei, teilnimmt.
Der Botschafter erklärte dazu am Montag: “Ich hatte mir erhofft, an der morgigen Veranstaltung des Inter Dialog Institute (IDI) im Bundestag teilzunehmen, insbesondere weil Dialog das konstruktive Element für Völkerverständigung ist.
Aufgrund der Wichtigkeit dieser Veranstaltung hatte ich erwartet, dass der türkische Ministerpräsident seine jüngst getätigten entsetzlichen Äußerungen und Lügen über den Zionismus zurücknehmen würde.
Da dies nicht geschehen ist, sehe ich mich gezwungen, meine Teilnahme an der Veranstaltung abzusagen. Erdogans Aussagen widersprechen dem eigentlichen Sinn eines Dialoges.”
Botschaft des Staates Israel
Fr
22
Feb
2013
“Otto Weidt – Ein Held in dunkler Nacht”: Drehstart für Doku-Drama mit Edgar Selge und Inge Deutschkron
In Israels nationaler Gedenkstätte “Yad Vashem” wird der Berliner Bürstenmacher Otto Weidt als einer der “Gerechten unter den Völkern” geführt. Doch die Geschichte des mutigen Mannes, der mitten im Krieg die jüdischen Mitarbeiter seiner Werkstatt immer wieder vor dem Zugriff der Nazis bewahren konnte, ist relativ unbekannt. Zu seinen Schützlingen gehörte auch die spätere Autorin und Journalistin Inge Deutschkron, die als Überlebende der Shoa in der Gedenkveranstaltung des Deutschen Bundestages für die Opfer des Nationalsozialismus am 30. Januar 2013 eine bewegende Rede gehalten hat.
Unter Federführung des NDR entsteht nun ein Doku-Drama, das Otto Weidts Geschichte in Szene setzt – mit prominenter Besetzung: Vor der Kamera stehen u. a. Edgar Selge (als Otto Weidt), Henriette Confurius, Julia Goldberg, Katrin Pollitt, Uwe Bohm und Fabian Busch. Der Regisseur Kai Christiansen dreht die Spielszenen vom 25. Februar bis zum 15. März in Goslar, Dömitz und Berlin. Das Buch schrieben Heike Brückner von Grumbkow und Jochen von Grumbkow. Erzählt wird die Geschichte von der einzigen Überlebenden, der heute 90-jährigen Inge Deutschkron.
Als Sohn eines Tapezierers wächst Otto Weidt Ende des 19. Jahrhunderts in ärmlichen Verhältnissen auf. Er scheitert in verschiedenen Berufen, bis er 1936 eine Werkstatt als Bürstenmacher eröffnet – und den Betrieb 1939 als kriegswichtig einstufen lässt. Das und Weidts irritierend enge Kontakte zur Gestapo, begleitet von regelmäßigen Bestechungen, bieten ihm den Spielraum, seine Angestellten – fast alles Juden und fast alle blind – zumindest in den Räumen der Werkstatt vor den alltäglichen Herabwürdigungen und dem Zugriff der SS zu schützen.
Als Weidts engste Vertraute Alice Licht deportiert wird, macht er sich, obwohl selbst inzwischen beinahe vollständig blind, auf den Weg, um sie aus dem KZ zu befreien. Ihr gelingt die Flucht, doch nach Kriegsende emigriert sie allein in die USA. Weidt bleibt zurück – und stirbt ein Jahr später an Herzversagen. In seiner ehemaligen Werkstatt ist heute das Museum Blindenwerkstatt Otto Weidt untergebracht.
Produzent ist Matthias Martens (Vincent TV GmbH), Kamera: Jan Kerhart, Musik: Hans-Peter Ströer, Ausstattung: Harald Turzer, Kostüm: Gudrun Leyendecker. “Otto Weidt – Ein Held in dunkler Nacht” entsteht in Koproduktion mit dem WDR, RBB und HR. Redakteure sind Alexander von Sallwitz (NDR), Beate Schlanstein (WDR), Rolf Bergmann (RBB) und Esther Schapira (HR). Die Produktion wird aus Mitteln der Nordmedia Filmförderung und des Medienboards Berlin Brandenburg gefördert. Das Erste wird den Film voraussichtlich im kommenden Jahr zeigen.(22. Februar / IB)
Mi
20
Feb
2013
Sie wollen also den Doppelpass einführen, aber anscheinend nicht
für Leute wie mich. Ich erinnere mich schwach, dass ich, als ich die deutsche Staatsbürgerschaft annahm, meinen britischen Pass gnadenlos verschrotten musste, während damals Türken lustig wohl
schon zwei Pässe führen konnten (mit den ungeahnten Möglichkeiten, bei Wahlen ihre Stimme abzugeben, gell !). Warum also diese Apartheid, die Sie den türkischen Herrenmenschen ermöglichen wollen.
Liegt es daran, dass die Türkei diversen deutschen Verbrecherregimen tatkräftig zur Seite stand, während, nun sagen wir mal, die britische Armee den geliebten deutschen Führer mit zur Hölle
schickte ? Fragen über Fragen. Aber eine Frage können Sie mir hoffentlich beantworten, gute Frau. Wie werde ich den beschissenen deutschen Pass wieder los und wie erhalte ich meinen britischen
zurück (schon allein wegen dem damit verbundenen ersehnten EU-Austritt). Denn eins ist klar, wenn türkische Milli Görüs und Muslim-Markt-Vollhonks dank Ihrer tatkräftigen Unterstützung hier
doppelt so viel wert sind, wie gewöhnliche Angehörige zivilisierter Nationen, will ich mit diesem Drecksland Deutschland noch nicht einmal auf
dem Papier in irgendeiner Weise verbunden sein.
Fred Alan Medforth
Di
19
Feb
2013
Widerliche antisemitische Hetze und von der Putztruppe der Antifa weit und breit nichts zu sehen ! Aber wieder mal aufs Neue beweisst dieser Herr, dass man 99 % der Islamophilen getrost als Antisemiten bezeichnen kann:
Im Gazastreifen sterben Menschen jedoch nicht nur durch Waffen und Raketenbeschuss sondern vor Allem durch den Mangel an sauberem Trinkwasser, Strom, Nahrungsmitteln und Medikamenten. Hier verfolgt die israelische Regierung eine Politik die nichts anderes als grausamer Genozid auf Zeit. Und bei jeder Kritik daran wird auf Antisemitismus verwiesen obwohl dies absurd ist, da kein Mensch die religiösen Befindlichkeiten angreift sondern die Ungerechtigkeit gegenüber wehrloser Menschen die verhungern und verdursten unter den Augen der sogenannten zivilisierten Weltbevölkerung.
Israel gilt als Heiliges Land für die Weltreligionen Christentum, Judentum, Islam und die Bahai. Trotzdem ist der Hass gegen Andersdenkende, gegen Menschen die ein Miteinander und das Ende von Gewalt fordern extrem groß von Seiten radikaler Strömungen in Israel.
Das das hier ist die Physiognomie, die zu diesem Text passt wie Arsch auf Eimer:
Di
19
Feb
2013
Bereits im Mai 2011 war der “BKA-Trojaner” das erste Mal aufgetaucht, nun wurden die Hintermänner endlich gefasst. Am Mittwoch gelang, laut Angaben des Nationalen Polizeikorps Spaniens, der
spanischen Polizei der Zugriff auf 10 Bandenmitglieder russischer, georgischer und ukrainischer Staatsangehörigkeit, der Kopf der Bande war bereits im Dezember in Dubai verhaftet worden. Damit
konnte die Operation “Ransom”, bei der spanische Behörden mit Europol, Interpol und auch privaten IT-Sicherheitsunternehmen zusammenarbeiteten, einen großen Erfolg verbuchen.
Tausende von Internetnutzern waren dem BKA-Trojaner zum Opfer gefallen, der Schaden geht in die Millionen. Allein in Deutschland gingen bereits mehr als 20.000 Strafanzeigen bei der
Staatsanwaltschaft ein und Europol-Chef Rob Wainwright geht von Hunderttausenden von Betroffenen in ganz Europa aus. Der Trojaner legt den Rechner des Betroffenen komplett lahm. Es öffnet sich
ein Fenster mit offiziellem Logo von Polizei, BKA oder einer anderen Bundesbehörde, das nicht mehr geschlossen werden kann. Hierin teilt die “Behörde” dem Nutzer mit, dass sein Rechner wegen
illegaler Internetaktivitäten gesperrt worden sei und erst gegen eine “Strafgebühr” von EUR 100,00 wieder entsperrt würde. Tausende von PC-Nutzern gingen auf diese Erpressungsversuche ein, nur um
feststellen zu müssen, dass sie selbst nach Zahlung nicht mehr auf ihre Daten zugreifen konnten. Mit dieser Masche griff die osteuropäische Cybergang Millionenbeträge ab. Zum Gesamtschaden
hinzugerechnet werden müssen jedoch auch die Kosten, die zahlreiche PC-Nutzer für die professionelle Entfernung des Trojaners aufbringen mussten.
Doch selbst nach den aktuellen Verhaftungen kann noch keine echte Entwarnung gegeben werden. Zwar ist die Gefahr einer Infektion nicht mehr ganz so groß, doch muss damit gerechnet werden, dass
auch andere Gruppen mit Erpressungsversuchen aktiv werden. Nachdem quasi eine Bauanleitung für den Trojaner veröffentlicht worden war, kursieren inzwischen bereits mehr als 30 Variationen dieser
Ransomware, was zu einem permanenten Wettlauf zwischen den Herstellern von Virensoftware und kriminellen Hackern führt.
Wer von einem derartigen Trojaner betroffen ist, sollte sich auf keinen Fall auf Zahlungen einlassen, so die Polizeibehörden. Mit den richtigen Informationen und professioneller Unterstützung wie
von der ADCH ist es möglich, den PC zu desinfizieren und das oft ohne großen Aufwand.
88news
So
17
Feb
2013
Ich brauche mir den Tatort, der gleich über die Mattscheibe flimmert gar nicht erst anzusehen. Ich hab mir die Zusammenfassung von Al FAZ reingezogen:
„Zwischen den Fronten“ handelt von Demokratie und Bürgerrechten und von innerer Sicherheit als Spielball von Politikern. Es geht um Macht und die brutalen Methoden, Skrupel und Menschen aus dem Weg zu räumen. Um Fremdenfeindlichkeit als politisches Kalkül und das Benutzen der irrationalen Angst, jeder Muslim könne nur auf die Gelegenheit zum Anschlag warten. Dieser „Tatort“ will offenlegen, wie mit gezielt geschürter Angst Politik gemacht wird. Wie Minister in Hinterzimmern gemacht werden. Wie der Aufstieg eines scheinbar unverdächtigen Staatsdieners mit einer rechtsradikalen Verschwörung zusammenhängen könnte.
Also, arme missbrauchte Muslime werden in die Luft gesprengt und schuld ist die FPÖ oder so. Dabei liegen gute Themen in Österreich doch so nah. Z. B. die Unterstützung arabischer Terroristen durch die Kreisky-SPÖ. Die Zusammenarbeit der Häupl-SPÖ mit dem iranischen Regime. Der österreichische Sozialdemokrat Udo Proksch, der schon mal sechs Angehörige der Arbeiterklasse zusammen mit seinem Kahn Lucona versenkte um die Versicherung zu bescheissen. All das hätte auch der Tatort-Kommissar-Darsteller Harald Krassnitzer wissen können, denn der besitzt, so munkelt man, auch das SPÖ-Parteibuch
So
17
Feb
2013
Als «Mutter aller Parlamente» wird der Palast von Westminster oft bezeichnet. An diesem geschichtsträchtigen Ort geht Nigel Lawson nun seit beinahe vier Jahrzehnten ein und aus, zuerst als Abgeordneter im Unterhaus, dann als Minister unter Premierministerin Margaret Thatcher und mittlerweile, seit 1992, als Lord im Oberhaus.
Als Finanzminister (1983 bis 1989) hat der konservative Politiker durch Steuersenkungen und Deregulierungen für einen Wirtschaftsboom gesorgt. Nach seinem Rücktritt aus der Regierung fiel er immer wieder durch klare Stellungnahmen auf, sei es zur Europäischen Union, zur Finanzpolitik oder zum Klimawandel.
Zurzeit beschäftigt den 80-Jährigen das geplante Referendum über Grossbritanniens Mitgliedschaft im Brüsseler Club, das Premierminister David Cameron voraussichtlich für 2017 anberaumt hat. Wir treffen Lord Lawson in der Bar des Oberhauses. Draussen regnet es, dichter Nebel liegt über der Themse, der Butler schenkt Tee ein. Ein Nachmittag, wie er englischer kaum sein könnte.
Eure Lordschaft, wie wird es weitergehen mit Grossbritannien und Europa?
Die Chance, dass Grossbritannien die EU verlassen wird, liegt bei 50 zu 50 – und ich persönlich denke, es wäre das Beste, was wir tun können. Und das sage ich als Europäer, als Mann, dessen
Hauptwohnsitz sich in Frankreich befindet. Die Einheitswährung und vor allem die Massnahmen, die man trifft, um diese funktionieren zu lassen, haben die Natur der EU fundamental geändert. Dies
ist nicht mehr die Organisation, der wir einst beigetreten sind; eine politische Union haben wir Briten nie gewollt. Nicht wir sind es, die sich geändert haben, sondern die EU.
Fr
15
Feb
2013
Nachfolgend veröffentlichen wir die gestern öffentlich publizierte Liste der DIG Hochschulgruppe Rostock der “Top Five antisemitischer und antiisraelischer Entgleisungen in Mecklenburg-Vorpommern im Jahr 2012 – zusammen mit einigen erklährenden Hinweisen der DIG, damit es nicht wieder zu hysterischen Überreaktionen der Erwischten und ihrer gläubigen Jünger kommt :
Für großes Aufsehen sorgte in Deutschland Ende vergangenen Jahres die vom Simon Wiesenthal Center veröffentlichte Top-Ten-Liste antisemitischer und antiisraelischer Entgleisungen. Die Erwähnung der antiisraelischen Äußerungen des deutschen Publizisten Jakob Augstein stieß in weiten Teilen der deutschen Öffentlichkeit auf Unverständnis. Dabei hatte das Simon Wiesenthal Center explizit die Kriterien genannt, nach denen Augsteins Äußerungen tatsächlich als lupenreiner Ausdruck antisemitischen Ressentiments erscheinen müssen :
“Wir folgen sehr genau der Definition von Nathan Sharansky, dem Vorsitzenden der israelischen Einwanderungsorganisation. Entscheidend sind demnach Doppelmoral, Dämonisierung und Delegitimierung. Trifft eines dieser drei ‚D‘ zu, handelt es sich nicht mehr um bloße Kritik.“ So erläutert der stellvertretende Direktor des Simon Wiesenthal Center, Abraham Cooper, die Kriterien der Unterscheidung zwischen legitimer Kritik des Handelns jüdischer Institutionen einerseits und Antisemitismus andererseits. Eben dieser Methodik folgt im Kern selbst die EU-„Arbeitsdefinition“ für Antisemitismus.
Die zum Teil sehr hitzig verlaufende öffentliche Debatte, in der namhafte Stimmen nicht vor einer verunglimpfenden „Kritik“ des Simon Wiesenthal Center zurückschreckten, motiviert uns zu einer näheren Betrachtung der „Spitzen“ antisemitischer Auslassungen in der Landespolitik Mecklenburg-Vorpommerns des vergangenen Jahres. Der Aufgabe einer kritischen Begleitung von Regionalpolitik in Hinblick auf den Antisemitismus sehen wir uns als Rostocker Hochschulgruppe der Deutsch-Israelischen Gesellschaft in besonderem Maße verpflichtet.
Daher erscheint es uns geboten, im folgenden – in Anlehnung an die Methodik des Simon Wiesenthal Center – die „Top Five“ antisemitischer und antiisraelischer Entgleisungen in Mecklenburg-Vorpommern 2012 zu veröffentlichen. Hierbei weisen wir darauf hin, dass Auswahl und Rangfolge der dokumentierten Äußerungen sich nicht allein aus der Radikalität des Inhalts (oder des Autors) einer Äußerung ergibt. Vielmehr sollte für ihre Aufnahme und die Festlegung ihres Rangs ihre politische Wirkungsmächtigkeit, ihre „Kraft“, gesamtgesellschaftlich antisemitische Ressentiments zu fördern, von entscheidender Bedeutung sein.
Platz 5 – Rostocker Friedensbündnis
„Studierende der Hochschule für Musik und Theater Rostock organisieren am Sonntag, dem 2. Dezember, ein Solidaritätskonzert für Palästina. Zur Ankündigung schreiben sie : ‚Angesichts der massiven Angriffe Israels auf die Zivilbevölkerung im Gazastreifen, wobei in den letzten eineinhalb Wochen 165 Menschen auf palästinensischer Seite gestorben sind, möchten wir zu einem Solidaritätskonzert für Palästina einladen. Wir sehen diesen Krieg als konsequente Fortsetzung der seit Jahrzehnten anhaltenden Belagerungs- und Unterdrückungspolitik Israels gegen die Westbank und den Gaza-streifen. Noam Chomsky, jüdischer Intellektueller, bezeichnet die Westbank als ‚world‘s largest open-air prison‘. 2009 bestätigte die UN- Menschenrechtskommission den Goldstone-Bericht zur ‚Operation Gegossenes Blei‘, bei der mehr als tausend Palästinenser getötet wurden. In dem Bericht werden Israel schwere Menschenrechtsverletzungen und Kriegs-verbrechen vorgeworfen. Ministerpräsident Netanjahu wies die darin geforderten unabhängigen Untersuchungen zurück, der Rechtsdruck der Geschichte ließ die UN den Bericht 2011 widerrufen. Sagt man zu den Unterdrückten : Seid nicht unterdrückt? Man sagt zu den Unterdrückern : Unterdrückt nicht. Wenn das einseitig ist, lasst uns einseitig sein. […] Geplant ist auch eine Petition an die Bundesregierung, in der wir einen Stopp der Waffenlieferungen an Israel fordern sowie ein Ende der Blockadepolitik und eine Anerkennung der Menschenrechtsverletzungen durch die israelische Regierung und das israelische Militär. Wir würden uns über zahlreichen solidarischen Besuch freuen.‘ […]
Wir schließen uns dem Wunsch der Studierenden der HMT an und laden ebenfalls herzlich zu diesem Konzert ein.“1 Im Zusammenhang mit dem Gaza-Konflikt im Herbst 2012 rief das Rostocker Friedensbündnis mit dem zitierten Aufruf zu einem Solidaritätskonzert für „Palästina“ auf. Unter Ausblendung der massiven Raketenangriffe aus dem Gazastreifen unter der Verantwortung der regierenden Hamas auf israelische Städte wird hier Israel als Aggressor stigmatisiert. Zwecks Delegitimierung des jüdischen Staates wird die Wahrnehmung des Rechtes auf Selbstverteidigung gegen militärische Aggression in einen Angriff umgedeutet. Zudem wird eine israelische Unterdrückungspolitik gegenüber den Bewohnern des Gazastreifens suggeriert, ungeachtet des Rückzugs Israels aus diesem Territorium bereits im Jahr 2005 und der tatsächlichen Unterdrückung der Bevölkerung in Gaza durch die regierenden Islamisten. Das Friedensbündnis stellt sich somit erklärtermaßen „einseitig“ auf die Seite eliminatorischer Antisemiten und Völkerrechtsbrecher. Dabei stützt sich der Aufruf auf eine Sportpalast-Rhetorik, in welcher ein dämonisierendes „Gut-Böse“-Schema eröffnet wird, das hinter dem globalen „Bösen“ den jüdischen Staat als Motor und/oder Profiteur eines „Rechtsdruck[s] der Geschichte“ ausmacht.
Platz 4 – Jochen Schulte, Mitglied des Landtages Mecklenburg-Vorpommern
„[…] Wollen Palästinenser in den besetzten Gebieten oder überhaupt im Nahen Osten, egal wo sie leben, wirklich Antisemiten hier in Mecklenburg-Vorpommern als ihre selbsternannten Freunde wissen? Ich denke mal : Die Menschen in Palästina, egal, unter welcher Situation sie leben, wissen solche Freunde genauso wenig zu schätzen, wie die Menschen in diesem Land solche Personen zu schätzen wissen. […] Gemäß Art. 49 der Vierten Genfer Konvention verstoßen die israelischen Siedlungen in den 1967 besetzten palästinensischen Gebieten gegen das Völkerrecht. Das wird, sowohl von der Europäischen Union als auch von der Bundesregierung, immer wieder deutlich festgestellt, und daran gibt es auch in den demokratischen Fraktionen in diesem Haus kein Vertun. [...]“2
MdL Schultes Auslassungen in der Landtagssitzung vom 7.12.2012 sind Teil der Entgegnung der SPD-Fraktion auf den Antrag der neonazistischen NPD, der eine Kennzeichnung israelischer Waren aus „illegal“ jüdisch besiedelten Territorien fordert (siehe unter : Platz 2 –Udo Pastörs). Zum einen erscheint in den Augen des SPD-Parlamentariers der israelische Staat umgeben von Freunden oder zumindest von Nicht-Antisemiten, die sich mit Antisemiten aus -Mecklenburg-Vorpommern nicht verständen – jedenfalls wenn diese deutschen Antisemiten der NPD angehören. Auf diese Weise verharmlost Schulte islamistische Terrororganisationen, wie die in der palästinensischen Bevölkerung mehrheitsfähige Hamas, die offen zum Judenmord aufruft. Auch seitens der von der SPD politisch umworbenen Fatah wird aggressive antisemitische Hetze betrieben. Tatsächlich sind es diese Banden, die Nicht-Antisemiten unter den Palästinensern mit dem Tod bedrohen. Die verfolgten demokratischen Araber haben von einem Sozialdemokraten wie Schulte keine Solidarität zu erwarten. Vielmehr stellt Schulte letztlich dem Antisemitismus des Gros der palästinensischen Bewohner, deren politische Repräsentanten in vielen Fällen durchaus auch mit europäischen und deutschen Neonazis kooperieren, einen Persilschein aus. Zum anderen wirft Schulte in pseudojuristischer Manier Israel eine vermeintlich völkerrechtswidrige Siedlungspolitik vor und scheut dabei nicht einmal davor zurück, in dieser Frage ausdrücklich seine Übereinstimmung mit der NPD festzustellen.
Platz 3 – Mathias Brodkorb, Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur
„Ehrlich gesagt, wer die 800 Seiten von ‚Mein Kampf‘ je gelesen hat, der weiß auch, dass das über weite Strecken so ein krudes und langweiliges Zeug ist, dass man aufpassen muss, bei der Lektüre nicht einzuschlafen.“ „Kein Staat der Erde hat das Recht, den Bürgern eines anderen demokratischen Staates vorzuschreiben, was diese lesen dürfen und was nicht. Auch Israel nicht.“3
Der Repräsentant des Landes Mecklenburg-Vorpommern in der Kultusministerkonferenz, der den Inhalt einer volksverhetzenden antisemitischen und rassistischen Kampfschrift für „krudes und langweiliges Zeug“ hält, sieht es als dringlich an, klarzustellen, dass der jüdische Staat den Deutschen nicht „vorschreiben“ dürfe, „was diese lesen dürfen und was nicht“. Mecklenburg-Vorpommern, die „andere Demokratie“, die sich von der jüdischen nichts „vorschreiben“ lässt, ist das einzige deutsche Land, in der jüngst regierungsoffiziell – seitens des Ministeriums Brodkorbs – unterstrichen wurde, dass die Universitäten parteipolitische Aktivitäten aus ihren Räumen fernzuhalten hätten. Brodkorb dürfte freilich die von ihm selbst einst „zu aufklärerischen Zwecken“ (wikipedia) inszenierten öffentlichen „Mein-Kampf“-Lesungen, ungeachtet der unbestrittenen parteipolitischen Bindungen von dessen Autor, nicht als parteipolitische Angelegenheit betrachten. Stattdessen kann damit gerechnet werden, dass der notorische „Israelkritiker“ Brodkorb das Menschenrecht auf diese Art der Präsentation von Weltliteratur überall in Mecklenburg-Vorpommern, auch im universitären Raum, stets noch mit letzter Tinte verteidigen würde.
Platz 2 – Udo Pastörs, Vorsitzender der NPD-Fraktion des Landtages Mecklenburg-Vorpommern und stellvertretender Vorsitzender der NPD
„ANTRAG der Fraktion der NPD Der Landtag möge beschließen : Die Landesregierung wird beauftragt, alle ihr gegebenen Möglichkeiten (einschließlich Bundesratsinitiativen) zu nutzen, um eine klare Kennzeichnung palästinensischer Waren, israelischer Waren und Waren aus den israelischen Siedlungsgebieten (z. B. Westbank, Golanhöhen oder Ostjerusalem) verpflichtend einzuführen.“ „Begründung : Die israelischen Siedlungsgebiete in der Westbank, auf den Golanhöhen oder in Ostjerusalem befinden sich außerhalb von Israels international anerkannter Grenze und sind völkerrechtlich illegal. Produkte aus diesen Gebieten, die mit dem Herkunftsnachweis ‚Made in Israel‘ gekennzeichnet sind, führen die Konsumenten in die Irre. Dieser schlichte Akt der klaren Herkunftsbezeichnung erinnert daran, dass die Siedlungen internationales Recht verletzen.“4
Dass in Gebieten, die nach dem Willen von Nazis, Islamisten und deutschen Friedens-freunden „judenrein“ sein sollten, tatsächlich Juden leben, erinnert den Neonazi Pastörs schmerzlich daran, dass die „gute Idee“ (Pastörs) des Vernichtungskrieges gegen den „jüdischen Bolschewismus“ nicht verwirklicht wurde. In den Augen eines Provinznazis ist es selbstverständlich statthaft, dass ein mecklenburg-vorpommerischer Landtagsabgeordneter bestimmt, wo Israels „international anerkannte Grenze“ liegt. Mit Pastörs und der NPD hat die antiisraelisch-antisemitische Boykottkampagne „Boykott, Desinvestitionen und Sanktionen für Palästina“ (BDS) die Unterstützer gefunden, die diese politisch-kriminelle Vereinigung verdient.
Platz 1 – Dr. Norbert Nieszery, Vorsitzender der SPD-Fraktion des Landtages Mecklenburg-Vorpommern und Sprecher der SPD-Fraktion für Medienpolitik, Kirchenpolitik und Bundeswehrpolitik
„Der reflexartig erhobene Vorwurf des Antisemitismus gegen jeden, der Israel kritisiert, ist intellektuell erbärmlich und politisch unredlich. Dieser Reflex ist so stark im deutschen Schuldkult verankert, dass auch Grass’ deutliches Bekenntnis zu Israel von derlei Kritikern schlicht ignoriert wird. Ich frage mich : wer, wenn nicht ein großer Dichter unserer Zeit, soll denn sonst mahnend gegen den Zeitgeist aufbegehren? Der Appell von Günter Grass steht in einer klaren humanistischen Tradition, dennoch wird er von der politischen Klasse scharf kritisiert. Aber es ist doch nicht unredlich, den Verzicht auf Gewalt zu fordern angesichts der verheerenden Gefahr, die von der Atombombe ausgeht! Die Forderung nach atomarer Abrüstung, ganz gleich gegen-über welcher Nation, ist für die gesamte Menschheit von existenzieller Bedeutung. Günter Grass befürchtet insbesondere, dass wir Deutschen uns – aus einer falsch verstandenen Wiedergutmachung an Israel heraus – mitschuldig an einem Atomkrieg im Nahen Osten machen. Darauf aufmerksam zu machen, auch – vielleicht sogar besonders – als Deutscher ist ein Akt tief empfundener Menschlichkeit, für den ich Günter Grass meinen ganzen Respekt zolle. Ich verstehe nicht, warum es heute immer noch nicht möglich ist, Kritik an Israel zu üben, ohne dafür mit der Antisemitismus-keule verdroschen zu werden und ein entsetztes Aufheulen der vermeintlichen Gutmenschen zu provozieren.“5
Während Nieszery auf der einen Seite die risikolose Hetze eines früheren SS-Angehörigen gegen Israel allen Ernstes als humanistisch motivierten Nonkonformismus zu adeln versucht, feindet er auf der anderen Seite im „Neonazi-Jargon“ (so selbst die „Ostsee-Zeitung“) die berechtigte Kritik am zeitgemäßen Antisemitismus, der sich als „Israel-Kritik“ zu präsentieren pflegt, als intolerant und quasi gewaltförmig („Antisemitismuskeule“) an. Der SPD-Fraktionsvorsitzende konnte sich mit diesen Äußerungen des Beifalls „linker“ Antidemokraten ebenso sicher sein wie des Beifalls des NPD-Organs „Deutsche Stimme“.
Nieszery versuchte im April 2012 sogar, Grass als Laudator für die Verleihung des Johannes-Stelling-Preises im Juni desselben Jahres zu gewinnen, eines Preises, der explizit dem Kampf gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus gewidmet ist. Grass erschien Nieszery für diese Aufgabe offenbar nicht trotz, sondern wegen seiner Hetztiraden gegen Israel geeignet. Indem er Grass bescheinigte, hinsichtlich der vermeintlichen Bedrohung des Iran durch Israel „klar und deutlich Farbe bekannt“ zu haben, stellte der SPD-Politiker sich auf eine Stufe mit rechtsextremistischen und islamistischen Schönrednern des iranischen Folterregimes, das der jüdischen Republik offen deren Auslöschung androht.
Geschrieben von : Daniel Leon Schikora, Constantin Schwarzer via haolam
Anmerkungen :
1 http : //www.rostocker-friedensbuendnis.de/antimilitaristischer-blog/350
2 https : //www.youtube.com/watch?v=Mvai9Wg9myE (ab 10 : 55)
3 http : //www.cicero.de/berliner-republik/bayern-betreibt-aengstliche-verhinderungspolitik/52353
4 http : //www.landtag-mv.de/fileadmin/media/Dokumente/Parlamentsdokumente/Drucksachen/6_Wahlperiode/D06-1000/Drs06-1351.pdf
5 http : //spd-fraktionmv.de/index.php?option=com_acajoom&act=mailing&task=view&listid=10&mailingid=661&Itemid=999
Do
14
Feb
2013
Dies vorweg: Geri Müller sieht sich selbst als unabhängigen Vermittler und Opfer von Verleumdung. In einem E-Mail an die Redaktion schreibt der Aargauer Politiker,
der seit 2003 für die Grünen im Nationalrat sitzt: «Wenn man davon ausgeht, und das machen fast alle Kritiker, dass ich ein ‹Freund der Hamas› sei, weil ich auch mit ihnen Kontakt habe, ist das
ein Konstrukt.» Er unterhalte ebenso mit israelischen Gruppen Kontakt. «Warum dies immer ausgeblendet wird und ein Kontakt mit Freundschaft gleichgesetzt wird, ist klar. Man will mich
‹desavouieren›.»
Bei der Israelitischen Kultusgemeinde Baden schüttelt man darüber bloss den Kopf. Der Präsident der Kultusgemeinde hat an einer Wahlveranstaltung und in einem Leserbrief eindringlich vor Geri Müller gewarnt. Der 52-jährige Nationalrat und Badener Vize-Ammann kandidiert für den Posten des Stadtammanns der 18 000-Einwohner-Gemeinde; der entscheidende zweite Wahlgang findet am 3. März statt.
Baden hat eine lange jüdische Tradition: Die Kultusgemeinde mit ihren heute 130 Seelen gibt es seit 1859, in Baden wurde einst der Schweizerische Israelitische Gemeindebund gegründet. Die Synagoge im Ortszentrum hat einen eigenen Rabbiner und ist eines von gerade einmal zehn jüdischen Gebetshäusern in der Deutschschweiz. Diesen Frieden nun wähnen die Badener Juden in Gefahr. Ein Mitglied der Kultusgemeinde, das aus Angst vor Übergriffen anonym bleiben möchte, formuliert es so: «Wird Geri Müller Stadtammann, droht Baden zu einem Anziehungspunkt für Islamisten und Antisemiten zu werden.»
In einer längeren Unterhaltung mit der «Nordwestschweiz» spricht der Mann von der schwedischen Stadt Malmö. Die Juden dort wurden von Islamisten so lange terrorisiert, bis sich die Kultusgemeinde auflöste. Er spricht von Biel und dem Islamischen Zentralrat. Er spricht von der Islamistin Malika El Aroud, die während Jahren unweit von Biel Terrorpropaganda betrieben hat. Derlei und Ähnliches also befürchtet die Kultusgemeinde unter einem Stadtpräsidenten Müller.
Ein Kernargument der Müller-Kritiker findet sich auf der vom Aargauer Publizisten Michael Kühntopf betriebenen Internetplattform Jewiki.net: Vor Jahresfrist empfing Müller im Bundeshaus drei führende Köpfe der islamistischen Hamas. Die drei Palästinenser haben sich dem «Heiligen Krieg» gegen Israel verschrieben, alle drei firmieren auf der Terror-Finanzierungsliste der USA. Es wird spekuliert, ist aber nicht erwiesen, die drei Hamas-Köpfe hätten sich auf einer Fundraising-Tour durch die Schweiz befunden.
Auf Jewiki.net wird ausserdem darauf hingewiesen, dass Geri Müller in öffentlichen Aussagen Parallelen zwischen der Situation im Gazastreifen und dem Holocaust gezogen hat. «Diese Art von Holocaust-Relativierung», lehrt Jewiki.net, «wird als Sekundärer Antisemitismus bezeichnet.»
Klar ist, dass Geri Müller die Sache der Palästinenser seit langem zu seiner eigenen gemacht hat. Seit den frühen Neunzigerjahren ist er über ein Dutzend Mal in die Region gereist. Den aktuellen israelischen Botschafter in Bern, Yigal B. Caspi, hat er zwar ebenfalls schon getroffen. Müller erwähnt unter anderem diese Begegnung als Beweis dafür, dass er auch Kontakte zu Israel unterhält. Gemäss Auskunft der Botschaft ist diese Aussprache indes nur zustande gekommen, weil Caspi darum gebeten hatte. Schliesslich war Müllers Haltung zu Israel schon einmal Gegenstand eines besorgten Artikels in der «Jerusalem Post».
Über die Aargauer Kantonsgrenzen hinaus ein erstes Mal breit diskutiert wurde Müllers Parteinahme für die Hamas vor vier Jahren. Müller präsidierte damals die Aussenpolitische Kommission des Nationalrates – ein Amt, das eigentlich zur Zurückhaltung verpflichtet. Als dann aber Israel Ende 2008 zu einem Militärschlag gegen die Hamas im Gazastreifen ansetzte, liess Müller jegliche Zurückhaltung fahren: Er trat als Hauptredner an zwei emotionalen Anti-Israel-Demonstrationen auf, verpasste diesen mithin einen offiziösen Charakter. Eine iranische Nachrichtenagentur meldete: «Der schweizerische parlamentarische Ausschuss für Aussenbeziehungen verurteilt die militärischen Angriffe des zionistischen Regimes auf die wehrlose Bevölkerung von Gaza.»
Entsprechend verärgert reagierten die meisten Kollegen in der Aussenpolitischen Kommission. «Der Ruf der Schweiz leidet unter solch unbedachten Sololäufen», liess ein CVP-Parlamentarier verlauten. Der frühere Solothurner SP-Nationalrat Boris Banga nannte Müller gar einen «antisemitisch angehauchten Politclown». Vorsichtiger äusserte sich der Antisemitismus-Forscher Aram Mattioli von der Universität Luzern. Er attestierte Müller eine «allzu unkritische Sympathie für gewisse Positionen von Hamas und eine allzu israelkritische Haltung». Für Mattioli verriet Müllers Sicht des Nahostkonflikts vor allem Naivität.
Grundsätzlich gut angeschrieben ist Müller in den eigenen Reihen. 2010 stellte ihn die Fraktion als einen von drei Kandidaten für die Bundesratswahl auf. Denn immerhin, auch diese Feststellung gehört hierher: Die Mehrzahl von Müllers Vorstössen im Nationalrat behandelt energiepolitische, mithin urgrüne Fragen. Auch zeugen diese Vorstösse von Sachverstand: Als Präsident der Schweizerischen Energie-Stiftung kann Müller auf das Know-how von AKW-kritischen Fachleuten zählen. Allerdings bleibt dieses Engagement nachgerade wirkungslos. Grund: Müller ist nicht Mitglied der Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie. Wer aber Einfluss auf die Gesetzgebung im Energiebereich nehmen will, muss im vorberatenden Gremium sitzen.
So assoziiert denn selbst ein wohlwollender Beobachter das Stichwortpaar «Müller und Atom» primär mit einer Äusserung des Aargauers aus dem Jahr 2007: Müller war auf Einladung der iranischen Regierung nach Teheran gereist – wieder daheim, verteidigte der Schweizer AKW-Gegner das iranische Atomprogramm. Alfred Donath, der inzwischen verstorbene damalige Präsident des Schweizerischen Israelitischen Gemeindebundes, prangerte diesen Widerspruch an. Weiter sagte Donath in einem Interview, Müller stelle sich «hinter ein klar antisemitisches Regime, das wiederholt erklärt hat, man solle den Staat Israel und die Juden überhaupt vernichten». – Womit sich der Kreis rasch geschlossen hat und unweigerlich wieder Müllers Verhältnis zu den Juden im Fokus steht.
Erlernt hat Müller einst den Beruf des Psychiatriepflegers. Später engagierte er sich im Integrationsbereich. Seine selbst gewählte Berufsbezeichnung lautet «Kulturvermittler». «Geri Müller», heisst es auf seiner Website, «vermittelt zwischen Individuen oder Gruppen, welche in scheinbar unlösbare Konflikte verstrickt sind.» Als Kulturvermittler will er auch an die Weltpolitik herangehen. Er möchte die Motive für eine Handlung verstehen, hat Müller einmal erklärt. Auf diese Weise kann er etwa zur Ansicht gelangen, dass den chinesischen Arbeitslagern der gleiche Gedanke zugrunde liegt wie einst der Schweizer Drogenpolitik: die Umerziehung. Mit solchen Schlüssen erweckt Müller freilich oft den Eindruck, er verharmlose die Missstände ausserhalb der westlichen Hemisphäre. Tatsächlich lassen sich in seinem Kulturrelativismus nur zwei feste Konstanten ausmachen: Antiamerikanismus und Antiisraelismus.
Den Antiamerikanismus lernt kennen, wer sich mit Müller über dessen Politisierung unterhält. Dann erzählt der Nationalrat zunächst, wie er in den Achtzigerjahren in die BRD reiste, um gegen die Stationierung von US-Raketen zu demonstrieren. Und ehe man sich versieht, hat er das Gespräch auf die Ausrottung der Indianer und die Lieblosigkeit amerikanischer Einkaufszentren gelenkt. Die Haltung zu Israel zeigt sich derweil in Müllers konkreter politischer Arbeit: In den letzten drei Jahren hat er im Parlament neun Vorstösse zu Israel eingereicht. Zumeist sind es Fragen an den Bundesrat, die allesamt von einer zumindest grundkritischen Haltung zum Judenstaat zeugen. Einen Beleg für Müllers Aussage, dass er auf einen Ausgleich zwischen den Parteien bedacht ist, sucht man in der Datenbank des Parlaments vergebens: Ein wie auch immer gearteter Hamas- oder Iran-kritischer Vorstoss aus der Feder von Geri Müller existiert nicht.
Auf die Frage, ob er bei seinem Engagement in der Nahostfrage bislang nicht doch etwas gar einseitig gewesen sei, antwortet Müller: «Nein. Meine Arbeit in dieser Region stützt sich auf breit abgestützte Fakten.»
Zwei Fragen noch zum Schluss an den möglichen baldigen Stadtammann: Kann und will Geri Müller die Ängste der Israelitischen Kultusgemeinde zerstreuen? Wird Baden unter einem Stadtammann Müller keine Hamas-Gäste einladen und damit bestimmt nicht attraktiv für Juden-Hasser? «Das ist Unsinn!», schreibt Müller. «Ich habe noch nie Extremisten irgendwohin eingeladen. Auch nicht ins Bundeshaus. Die drei Hamas-Abgeordneten waren damals als Vertreter der Interparlamentarischen Union in Genf und besuchten mich in Bern, weil ich nicht nach Genf kommen konnte.»
Unseren Gesprächspartner von der Israelitischen Kultusgemeinde beruhigt diese Antwort nicht. Er sagt: «Tatsache ist, dass diese Leute wegen Geri Müller nach Bern gereist sind und dass er sie im Bundeshaus empfangen hat. Warum also sollte er sie nicht auch im Badener Stadthaus begrüssen wollen?»
Mi
13
Feb
2013
Foto:gruene.de
Am Morgen des 9. Februar 2013 wurde das iranische Flüchtlingslager “Camp Liberty” im Irak mit mehr als 30 Raketen und Granatwerfern beschossen. Mindestens 6 Personen, Mitglieder der iranischen Oppositionsgruppe Volksmudjahedin, starben bei dem Anschlag. Bereits 2009 und 2011 hatte die irakische Armee, unterstützt durch das Regime in Teheran, die iranischen Flüchtlinge angegriffen und mehrere Dutzend Menschen ermordet.
Joschka Fischers ehemaliger Büroleiter Martin Kobler (Foto links) ist seit August 2011 UN-Sonderbeauftragter für den Irak und in dieser Funktion für die iranischen Flüchtlinge im Irak zuständig. Auf Druck der irakischen Regierung und Koblers wurden die Iraner 2012 von Camp Ashraf in eine ehemalige Einrichtung der US-Army, Camp Liberty, umgesiedelt, angeblich um eine schnelle Überführung in Drittstaaten zu erleichtern. Aussagen des UN-Beamten Tahar Boumedra zufolge war Kobler darüber informiert, dass Camp Liberty die humanitären Standards eines Flüchtlingslagers nicht erfüllt. Trotzdem erklärte Kobler, dass alle Bedingungen für einen Transfer erfüllt seien. (1)
Kobler hat gegen den scharfen Protest der Flüchtlinge mit iranischen Behörden über ihr Schicksal verhandelt und wider besseren Wissens behauptet, eine große Anzahl der Bewohner von Ashraf/Liberty sei bereit, freiwillig in die Islamische Republik Iran zurückzukehren. Kobler lobte die Islamisten in Teheran für die “Schaffung von stabilen und sicheren Verhältnissen” im Irak. (2)
STOP THE BOMB Mitbegründer Andreas Benl sagt dazu: “Alle Indizien dieses brutalen Terroranschlags weisen auf eine Verantwortung des Regimes in Teheran, mit dem Kobler willig über die Rückführung verfolgter Oppositioneller verhandelt hat, obwohl ihnen im Iran Gefahr für Leib und Leben droht. Wir fordern, dass Kobler sofort entlassen wird. Jede Geste des Appeasements gegenüber dem iranischen Regime ermutigt dieses zu weiterem Terror. Die Opfer dieses Terrors sind oppositionelle Iraner, für ihre Freiheit kämpfende Syrer und israelische Bürger. Wer wie Kobler als Handlanger der Mullahs agiert, kann diesem Terror nicht glaubhaft entgegentreten.”
STOP THE BOMB fordert die Bundesregierung auf, eine Aufnahme von Flüchtlingen aus Camp Liberty in Deutschland zuzulassen und sich für eine Absetzung Koblers einzusetzen. Seine Mitverantwortung für den Tod der Flüchtlinge in Liberty muss von einer unabhängigen Kommission untersucht werden.
Di
12
Feb
2013
Da wir nun wissen, dass der türkische Premierminister Erdogan antisemitische Kommentare geäußert hat, die ähnlich sind zu jenen des ägyptischen Präsidenten Mohamed Morsi, fragen wir uns, ob die Medien nun ebenfalls ihr Bestes tun werden, um eine Berichterstattung darüber zu vermeiden?
Im November 1998 veröffentlichte das Jewish Policy Research [Institut] seinen Jahresbericht über gegenwärtige Trends in Bezug auf den Antisemitismus auf der ganzen Welt. In der Sektion Türkei zitierte der Bericht den Bürgermeister von Istanbul, Recep Tayyip Erdogan im Juni 1997, auf einer Konferenz, die vom Stadtrat organisiert worden war, um die Eroberung der Stadt durch die Osmanen zu feiern.
Er sagte: ''Die Juden haben damit begonnen, die Muslime Palästinas zu vernichten, im Namen des Zionismus,'' sagte der Bürgermeister, '' Heute ist das Image der Juden nicht anders als das der Nazis.''
Später wurde Erdogan Premierminister der Türkei und ist es noch heute, ein Mann, den Präsident Obama als persönlichen Freund beschreibt, in einem Land, das ein Mitglied der NATO ist und der Vorsitzende einer Regierung die man als moderat beschreibt und, wie die Londoner Times kürzlich reflektierte, ein Beispiel wie Islamismus und Demokratie sich nicht gegenseitig ausschließen.
Di
12
Feb
2013
Nonie Darwisch wuchs in einer muslimischen Familie in Gaza auf und als sie acht Jahre alt war, wurde ihr Vater von israelischen Einheiten getötet, weil er in terroristische Aktivitäten gegen den Staat Israel involviert war. Er arbeitete mitunter für den ägyptischen Geheimdienst im Gazastreifen, wo die Familie seit 1950 lebte.
„Ich habe die Schuld am Tod meines Vaters immer in Israel gesucht, so wurde es mir beigebracht. Ich habe als Kind nicht gewusst, warum mein Vater getötet wurde. Er starb, weil er als Fedajeen (palästinensischer Militant, wörtlich.: „Der sich Opfernde“) Israelis tötete. Als Kinder mussten wir dem Jihad, dem „heiligen Krieg“ gegen Israel, den Treueschwur leisten. Wir hatten Tränen in den Augen, wenn wir schworen, dass wir dafür sterben wollen. Wer behauptet, es habe vor dem 67-Krieg keinen Terrorismus gegen Israel gegeben, hat Unrecht. Mein Vater war Teil dessen und starb dafür.
Darwischs Übertritt zum Christentum hat ihre starke Liebe für den jüdischen Staat ausgelöst und sie zur Überzeugung gebracht, dass Gott einen Plan für Israel hat.
Heute kämpft Darwisch für Menschenrechte und ist Vorsitzende von zwei wichtigen Organisationen, der „Vereinigung ehemaliger Muslime“ und „Araber für Israel“. Sie hat darüber hinaus mehrere Bücher über ihr Leben geschrieben.
Das Video unten zeigt eine Rede von Darwisch, die im Dezember 2010 in einer Synagoge ausgezeichnet wurde. (Quelle: der messianische Blog Rosh Pina Project) Sie beschreibt darin eingehend, warum ein menschengemachter Frieden zwischen Israel und seinen arabischen Nachbarn unmöglich ist. Sehen Sie auch, wie sie die Methoden beschreibt mit denen arabische Kinder in ihrer Heimat zum Judenhass erzogen werden. (Video nur in Englisch)
Mo
11
Feb
2013
Von Ilya Meyer
… die ägyptischen Medien berichten, dass Libanons Hisbollah offiziell als Täter der Bombe im Bus identifiziert wurde, die letztes Jahr israelische Zivilisten in Bulgarien tötete.
… die libanesischen Medien berichten, dass Libanons Hisbollah offiziell als Täter der Bombe im Bus identifiziert wurde, die letztes Jahr israelische Zivilisten in Bulgarien tötete.
… die PA-Medien Medien berichten, dass Libanons Hisbollah offiziell als Täter der Bombe im Bus identifiziert wurde, die letztes Jahr israelische Zivilisten in Bulgarien tötete.
… Al-Arabiya berichtet, dass Libanons Hisbollah offiziell als Täter der Bombe im Bus identifiziert wurde, die letztes Jahr israelische Zivilisten in Bulgarien tötete.
… Al-Jazira seine Abendnachrichten mit der Schlagzeile beginnen – BEGINNT!-, dass Libanons Hisbollah offiziell als Täter der Bombe im Bus identifiziert wurde, die letztes Jahr israelische Zivilisten in Bulgarien tötete.
… verdammt, selbst die EU-Medien (Wunder über Wunder!), dass Libanons Hisbollah offiziell als Täter der Bombe im Bus identifiziert wurde, die letztes Jahr israelische Zivilisten in Bulgarien tötete.
… aber das schwedische Staatsfernsehen SVT sich standhaft weigert diese Nachricht in ihrem Teletext-Dienst zu veröffentlichen.
Immerhin könnte die Schweden ein Bisschen Mitgefühl für die ermordeten zivilen israelischen Juden empfinden könnten; und – noch schlimmer – Antipathie gegenüber der islamistischen Hisbollah-Bewegung empfinden könnten, die sich der Vernichtung des jüdischen Staats und dem Massaker an jedem Juden im Heiligen Land verschrieben hat.
Das geht ja nicht, oder, Stockholm?
Mo
11
Feb
2013
Duisburg (idea) – Die Merkez-Moschee in Duisburg-Marxloh ist in die Kritik geraten. Bei ihrer Eröffnung im Jahr 2008 hatte sie der Duisburger Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) als „Meilenstein der Integration“ bezeichnet. Jetzt wirft der Landesrechnungshof dieser Bildungs- und Begegnungstätte „schwere Vergabeverstöße“ vor. Sie wurde mit fast 3,7 Millionen Euro aus EU-Mitteln und Landesmitteln gefördert. In einem 26-seitigen Sonderbericht, der der Evangelischen Nachrichtenagentur idea vorliegt, wird etwa das mit 80.000 Euro bezuschusste Islam-Archiv bemängelt: „Ein dem Konzept entsprechendes Archiv ist nicht errichtet worden.“ Dem widerspricht die stellvertretende Vorstandsvorsitzende des Vereins Bildungs- und Begegnungsstätte, Helga-Maria Poll (CDU), die früher dem Rat der Stadt Duisburg angehörte. Sie verweist auf 1.500 Bücher, vier Computerarbeitsplätze und 450 Moschee-Führungen mit rund 10.000 Besuchern im vergangenen Jahr. Außerdem habe man rund 30 Veranstaltungen mit Vorträgen zu Themen wie die „Rolle der Frau im Islam“ und „Tod und Trauer im Islam“ organisiert. Heute sei die Bildungsstätte eine bundesweite Anlaufstelle für Fragen rund um den Islam.
Ermittlungsverfahren gegen ehemalige Geschäftsführerin
Gegen die von 2005 bis 2010 amtierende Geschäftsführerin der Bildungsstätte und heutige Staatssekretärin für Integration der Landesregierung, Zülfiye Kaykin (SPD), ist seit März 2012 ein Ermittlungsverfahren wegen Sozialbetrugs anhängig. Es gehe um „Vorenthalten und Veruntreuen von Arbeitnehmerentgelt”, bestätigte der Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Duisburg, Detlef Nowotsch, gegenüber idea. Kaykin hatte 2007 das Bundesverdienstkreuz für ihr Engagement erhalten. Die Beamtin darf in einem laufenden Ermittlungsverfahren keine Stellung beziehen.
Mo
11
Feb
2013
Extremistische islamische Hardliner rufen in kleineren britischen Fernsehkanälen zu Terror, Mord und Folter von Homosexuellen auf. Eine Reihe wenig bekannter TV Kanäle wurden heftig kritisiert, weil sie es zugelassen haben, dass ''zu Gewalt anstachelndes'' Material gesendet worden war.
Unter anderem ging es dabei um den Fall eines islamischen Gelehrten, der den Zuschauern erklärt hatte, dass es ihre Pflicht sei 'jene zu töten die den Propheten Mohammed beleidigen'.
In einem anderen Fall sagte eine weibliche Moderatorin, dass Homosexuelle geschlagen und gefoltert werden sollten, wegen der bösen und schändlichen Handlungen, die sie begehen.
Mo
11
Feb
2013
Rio de Janeiro.«Wer hätte nicht gern den Po der Brasilianerinnen», sagte die 26-Jährige in Rio de Janeiro, wo sie mit Schauspieler-Gatte Brian Austin Green in der Nacht zum Montag die berühmten Karnevalsumzüge verfolgte.
Fox bewunderte an Brasilien aber nicht nur das Gesäß («bumbum») der Frauen, sondern auch die Küche des Landes.
So
10
Feb
2013
Vier Tage nach Verurteilung des jesidischen Familienoberhaupts Fendi Özmen (53) wegen Beihilfe zum Mord sind am Freitag Morddrohungen im Internet veröffentlicht worden.
Sie richten sich gegen den Oberstaatsanwalt aus Detmold, der Fendi Özmen vor Gericht gebracht hatte, und gegen den WESTFALEN-BLATT-Reporter aus Bielefeld, der über den Prozess berichtet und das
Urteil kommentiert hatte.
Ein bislang unbekannter Täter stellte ein Video bei »YouTube«, ein, das Szenen aus dem Detmolder Landgericht zeigt. In dem 76 Sekunden langen Film wird dem Oberstaatsanwalt und dem Reporter mit
drastischen Worten gedroht, sie würden umgebracht. Zudem erschien im kurdischen Internetforum »Daweta« ein langer Drohbrief, der sich ebenfalls gegen die beiden richtet. In beiden Fällen
bezeichnet sich der Autor als Jeside. Der Betreiber des Forums schloss die Internetseite, nachdem er den Eintrag entdeckt hatte. Die Kripo ließ das Drohvideo bei »YouTube« löschen.
Das WESTFALEN-BLATT dokumentiert den Sachverhalt, um zu zeigen, dass sich die Redaktion in ihrer Arbeit nicht bedrohen lässt. Zugleich sollen die Drohungen nicht totgeschwiegen werden, weil sie
einen Angriff auf die Meinungs- und Pressefreiheit darstellen, von dem die Leser erfahren sollen.
»Wir sind dabei, den Urheber zu ermitteln«, sagte Polizeisprecher Martin Schultz aus Bielefeld. Auch weitere Polizeidienststellen sind eingeschaltet und haben Schutzmaßnahmen eingeleitet.
Wie ernst müssen solche Drohungen genommen werden? Serap Cileli, die Vorsitzende des Vereins »Peri« (er versteckt Mädchen und Frauen, die aus Migrantenfamilien geflohen sind): »Ich lebe seit
Jahren an einem geheimgehaltenen Ort, und auch meine Telefonnummer kennen nur sehr wenige, weil man nie wissen kann, wie diese Menschen reagieren.« Nachdem sie im Mai 2012 in Detmold den ersten
Özmen-Prozess gegen die fünf Geschwister beobachtet und eine Mahnwache organisiert habe, sei sie von einem unbekannten Mann verfolgt worden, sagt die Frauenrechtlerin. »Deshalb bin ich auch nicht
das Risiko eingegangen, den zweiten Özmen-Prozess zu besuchen.« Das habe ihre Stellvertreterin übernommen, die sicherheitshalber in Detmold unter einem falschen Namen im Hotel gewohnt habe.
»Unser Verein und die Presse dürfen sich nicht einschüchtern lassen. Wir müssen die Fakten weiter benennen«, sagte Serap Cileli, die als junge Frau zwangsverheiratet worden war. Über ihre
Erlebnisse hat sie ein Buch geschrieben mit dem Titel: »Wir sind eure Töchter, nicht eure Ehre«.
2012 hatten Drohvideos radikaler Islamisten gegen Reporter Proteste ausgelöst. Journalisten des Berliner »Tagesspiegels« und der »Frankfurter Rundschau« waren in einem »YouTube«-Video genannt und
bedroht worden. Sie hatten kritisch über Salafisten und die umstrittene Abgabe kostenloser Koran-Exemplare berichtet. Klaus-Dieter Fritsche, Staatssekretär im Bundesinnenministerium, sagte dazu
im April 2012: »Es ist absolut nicht hinnehmbar, dass in Deutschland Journalisten bedroht werden und damit die Pressefreiheit eingeschränkt wird.«
Sa
09
Feb
2013
Claudia Roth hat dem Botschafter des mörderischen Mullah-Regimes im Iran ein High Five gegeben. Seit Tagen schon kursiert dieses Video im Internet. Auch Tapfer im Nirgendwo hat bereits darüber berichtet. Jetzt hat Claudia Roth auf ihrer Facebook-Seite eine saukomische Rechtfertigung verfasst:
“Der Botschafter der Islamischen Republik Iran gibt einer Frau grundsätzlich nie die Hand, er hat auch Claudia noch nie die Hand geschüttelt. In dieser Situation hat er offenbar den Versuch eines höflichen Entgegenkommens gemacht, ohne Claudia wirklich die Hand geben zu müssen. Völlig überrascht von dieser unerwarteten Geste hat Claudia sie mit einem kurzen Berühren der Hand des Botschafters erwidert. Ihre höfliche Reaktion war der Tatsache geschuldet, dass sie den iranischen Außenminister und den iranischen Botschafter am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz in einem Gespräch dazu bewegen wollte, den bekannten iranischen Filmemacher Jafar Panahi zur Berlinale ausreisen zu lassen.”
Claudia Roth behauptet also, sie habe die zum Gruß erhobene Hand des Botschafters, der unter Umständen sogar im Steinigen von Frauen eine gebotene Erziehungsmethode im Umgang mit dem weiblichen Geschlecht sieht, als ein Angebot zum Einstieg in einen innerkulturellen Dialog verstanden.
Ich habe selten so viel Bullshit in einer einzigen kurzen Rechtfertigung gelesen. Claudia Roths Erklärung ist eigentlich so gut wie nicht mehr zu toppen. Nur mein Freund und Kollege Markus Wächter hat eine noch verrücktere Erklärung ersponnen:
“Warum hat Claudia Roth nicht gleich behauptet, der Botschafter habe zum Hitlergruß ausholen wollen, und sie, die weiße Rose von Babenhausen, sei todesmutig dazwischen gegangen, um ihn darin zu hindern. Sie hätte sich so doch perfekt als antifaschistische Widerstandskämpferin profilieren können.”
Fr
08
Feb
2013
Trotz aller Absurditäten, Boshaftigkeiten, Verfälschungen und ideologischen Obsessionen umarmt ihn die muslimische Gastgeberin, die ihn so unfreundlich empfangen hat, nach Stunden der Diskussion am Ende doch. Die „deutsch-deutschen“ Protagonisten in Tenenboms Buch jedoch, ob in Marxloh oder anderswo, werden realitätsgetreu als verbissen, herzlos und noch weit mehr von einer antijüdischen Obsession getrieben vorgestellt und zitiert. Ob das weltpolitisch der Realität entspricht, kann natürlich bezweifelt werden, da kaum jemand den Antisemitismus des Iran, der Muslimbrüder oder auch der derzeitigen Türkei mit dem deutschen Antisemitismus auf eine Stufen stellen kann, da für Israel die Gefahr aus Iran oder der arabischen Welt doch ganz real ist, während deutsche Ressentiments zwar unerträglich sind aber doch nicht eine militärische Gefahr darstellen wie der Iran mit seinem Atomprogramm sowie seine verbündeten Terrorgruppen Hizballah und Hamas. Andererseits: was wäre der Iran ohne seine Freunde, Helfer oder Abwiegler der iranischen Gefahr aus der deutschen Wirtschaft, ohne Claudia Roth, Günter Grass und Jakob Augstein? Wie gefährlich wäre islamistischer Antisemitismus noch, sähe er sich tagtäglicher kompromissloser Kritik der Eliten wie auch der Massen, der Medien, der Politik, der NGOs, der Blogger, der Wissenschaft, der Intellektuellen, der Kirchen, der Regierungen und Politiker der westlichen Welt, insbesondere Europas und Nordamerikas gegenüber? Und wie gefährlich wäre islamistischer Antisemitismus ohne ‚Entwicklungshilfegelder‘ aus Washington, Berlin, Paris, London und ohne die Unterstützung z.B. deutscher Stiftungen im Nahen Osten?
Entscheidend ist Tenenboms Analyse der neu-deutschen Ideologie. In der Diskussion erwähnt er z.B. einen Gesprächspartner, der ihm natürlich zuerst versicherte, wie sehr er und die Deutschen die Juden und Israel lieben und sie am besten vor sich selbst beschützen wollen, und daher pro-palästinensisch aktiv sind, also antijüdisch und antiisraelisch. Diese allzu deutsche ‚Logik‘ hat Tenenbom in wunderbarer Weise bloßgestellt. Tenenbom kritisierte auch die Heuchelei der Deutschen, es ginge ihnen tatsächlich um die Palästinenser – doch warum schweigen die Deutschen dann zum elenden Leben der Palästinenser in Jordanien und anderen arabischen Ländern, wo es ihnen um Welten schlechter geht als im Gazastreifen? Das kann man nur mit dem Antisemitismus erklären, mit der Obsession Israel und die Juden zu attackieren und das auch noch mit angeblicher Fürsorge für die Palästinenser zu begründen.
Fr
08
Feb
2013